Sharon und Abbas reisen nach Washington

WASHINGTON (inn) – Der palästinensische Premier Mahmoud Abbas (Abu Mazen) und Israels Regierungschef Ariel Sharon werden sich Ende Juli in Washington mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush treffen – ob es einen Dreiergipfel geben wird, steht allerdings noch nicht fest.

Palästinensischen Angaben zufolge sind die Gespräche zwischen Abbas und Bush für den 25. Juli vorgesehen. Es ist die erste Reise eines führenden Politikers der Palästinenser nach Washington seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten. Bush weigert sich, PLO-Chef Yasser Arafat zu treffen, weil er ihm vorwirft, in terroristische Aktivitäten verwickelt zu sein.

Ursprünglich war geplant, daß Abbas nach seiner Ernennung zum Premierminister vom 30. April in die Vereinigten Staaten reisen sollte. Er hatte dies jedoch abgelehnt und von Israel gefordert, die Reisebeschränkungen gegen Arafat aufzuheben, weil dieser der “gewählte Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA)” sei. Die Fahrt nach Washington Ende Juli hat Arafat hingegen nach Angaben des palästinensischen Chef-Unterhändlers Saeb Erekat “völlig bevollmächtigt und abgesegnet”. Wie die Tageszeitung “Ha´aretz” meldet, haben die radikal-islamische Hamas und der Jihad al-Islami den Premier kritisiert, weil er sich zu der Reise entschlossen hat.

Auf dem Weg in die Vereinigten Staaten wolle Abbas Jordanien und Ägypten besuchen, so Erekat. Das Hauptthema der Gespräche soll die “Roadmap” sein. Wie Abbas ankündigte, wird es dabei vor allem um den Stopp israelischer Bautätigkeit in den Autonomiegebieten und um die Freilassung in Israel inhaftierter Palästinenser gehen.

Sharon hat eine ursprünglich für September geplante USA-Reise vorgezogen. Der israelische Regierungschef soll am 29. Juli mit Bush zusammentreffen. Ob Abbas bis dahin in Washington bleiben wird, um sich den Gesprächen mit Sharon teilweise anzuschließen, ist noch offen.

Bevor die beiden Premierminister in die USA reisen, wollen sie sich zum fünften Mal seit Abbas’ Amtsantritt treffen. Palästinensischen Angaben zufolge soll es bei den Gesprächen um die Häftlingsproblematik gehen.

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