Sharon nach Waffenfund: „Arafat hat sein wahres Gesicht gezeigt“

EILAT (inn) – Israels Premierminister Ariel Sharon hat der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) vorgeworfen, „komplett vom Terror infiziert“ zu sein.

Sharon sagte am Sonntag in Eilat am Roten Meer vor Journalisten, PLO-Chef Yasser Arafat sei „einen weiteren Schritt hin zum Zentrum des Terrorismus, dem Iran, gegangen.“ Arafat habe sich daher zum „größten Feind Israels“ entwickelt.

Die israelische Marine präsentierte am Sonntag auf dem Stützpunkt in Eilat im Beisein Sharons und Armeechef Shaul Mofaz die Waffenladung des am Donnerstag von der Armee im Roten Meer aufgebrachten Schiffes, das mehr als 50 Tonnen Waffen in die palästinensischen Autonomiegebiete schmuggeln wollte.

An Bord des Schiffes „Karine A“ befanden sich schwere Waffen und Munition, unter anderem Katyusha-Raketen, Panzerabwehrraketen, Sprengstoff, Minen und Mörsergranaten. Israelischen Angaben zufolge stammen die Waffen aus dem Iran.

Sharon kündigt „strategische Diskussion“ über Zukunft der PA an

Vor dem israelischen Kabinett kündigte Sharon am Sonntag eine „strategische Diskussion“ über den weiteren Verlauf der Beziehungen zu Arafat und der Autonomiebehörde an. Der versuchte Waffenschmuggel sei von dem PLO-Chef beauftragt und koordiniert worden, Arafat habe so „sein wahres Gesicht“ und seine „Verbindung zum Terror“ gezeigt. Die Art der Waffen, die auf dem Schiff gefunden wurden, zeigten zudem, daß „die Palästinenser eine weitere Eskalation des Terrors gegen Israel“ geplant hätten, so Sharon.

Generalstabschef Mofaz wies gleichzeitig Berichte zurück, wonach die Waffen nicht für die Autonomiebehörde Arafats bestimmt waren. „Der Armee als auch dem israelischen Geheimdienst liegen detaillierte Informationen und Dokumente vor, die Arafat als den Empfänger der Waffenlieferung benennen,“ sagte Mofaz. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß die Waffen „zur palästinensischen Autonomiebehörde in den Gazastreifen und die Gebiete in Samaria und Judäa“ gebracht werden sollten.

Politische Beobachter bezeichneten den Fund und die Aufbringung des Schiffes als eine der größten und spektakulärsten militärischen Aktionen der vergangenen Jahre. Marinesoldaten und die israelische Luftwaffe hatten das Schiff am Donnerstag rund 500 Kilometer vor der israelischen Küste gestürmt und die Besatzung festgenommen.

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