Selbstmordversuch aus Protest gegen Hamas

GAZA (inn) – Offenbar aus Verzweiflung über Schikane durch die Hamas hat ein Palästinenser aus Gaza versucht, sich das Leben zu nehmen. Israelische Medien sehen Parallelen zum Fall des tunesischen Gemüsehändlers Mohamed Buasis. Dessen Selbstverbrennung hatte den „arabischen Frühling“ ausgelöst.
Die Hamas soll einen Maisverkäufer am Strand von Gaza so bedroht haben, dass dieser einen Selbstmordversuch unternahm.
Der Maisverkäufer Muhammed Abu Asi hat in der Nacht zum Sonntag versucht, sich zu vergiften. Der Palästinenser hat überlebt und befindet sich nun auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Gaza. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“. Angehörige sagten aus, Abu Asi habe mit dem Selbstmord gegen wiederholte Schikane und Drohungen durch Vertreter der Hamas protestieren wollen. Die Stadtverwaltung von Gaza habe vor einiger Zeit Abu Asis Stand am Strand abreißen lassen. Dort hatte der Palästinenser Maiskolben und heiße Getränke verkauft. Nachdem Abu Asi seinen Stand dank wohltätiger Spender wieder aufgebaut habe, sei er von der Hamas erneut bedroht worden. Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ hat der Fall Proteste in Gaza ausgelöst. Anwohner hätten damit gedroht, zur Stadtverwaltung zu marschieren und das Gebäude in Brand zu stecken. Der Stadtrat wies die Anschuldigungen zurück. Er wünschte Abu Asi eine schnelle Genesung. Die Behörde räumte jedoch ein, dass sie Verkäufer wie Abu Asi daran hindere, Stühle um ihre Stände aufzustellen. In einer Erklärung heißt es: „Die Stadtverwaltung von Gaza sorgt für Ordnung an diesen Ständen, trotz der Tatsache, dass sie illegal sind. So lange sie den Ort sauber halten und das Gesetz nicht brechen, behalten wir sie, denn wir berücksichtigen die schrecklichen Bedingungen, unter denen die Menschen leben.“ Derzeit gebe es etwa 30 Stände am Strand. Die Stadt dulde diese, erlaube aber nicht, dass dort Hütten errichtet und Stühle aufgestellt werden. Der israelische Fernsehsender „Kanal 2“ zog Parallelen zum Fall des tunesischen Gemüsehändlers Mohamed Buasis. Dieser hatte sich im Dezember 2010 aus Protest gegen die Regierung selbst angezündet. Seine öffentliche Selbstverbrennung führte zu einer Revolution in Tunesien. Sie gilt als Auslöser des „arabischen Frühlings“. „Kanal 2“ sprach nach dem Vorfall in Gaza von einer „angespannten“ Lage in dem Küstengebiet. (dn)

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