Sederabend im Waisenhaus von Bergen-Belsen

Der Sederabend zum Auftakt des Pessachfestes hat für Juden eine hohe Bedeutung. Davon zeugt ein Bericht aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen.
Von Gundula Madeleine Tegtmeyer

Das Pessachfest ist das Fest der Freiheit. Der Name Pessach bedeutet sinngemäß „hinwegschreiten“, „vorbeischreiten“ oder auch „verschonen“. Er bezieht sich darauf, dass G‘tt die Israeliten verschonte, als er die Ägypter mit den zehn Plagen bestrafte.

Darum sage zu den Söhnen Israel: „Ich bin der HERR; ich werde euch herausführen unter den Lastarbeiten der Ägypter hinweg, euch aus ihrer Arbeit retten und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm und durch große Gerichte.“

2. Mose 6,6

Gemäß der Überlieferung in der Tora blieb den Israeliten beim überstürzten Aufbruch keine Zeit, den Teig für die Brote säuern zu lassen. In der Eile verrührten sie nur Mehl und Wasser. Die Mischung wurde auf ihrer Wanderung auf heißen Steinen zu dünnen Fladen gebacken.

Ungesäuerte Speisen und die Matzen symbolisieren die Hast, mit der die Israeliten Ägypten verließen. Religiöse und traditionsverbundene Juden und Jüdinnen essen Matze, auch Mazze, auch „ungesäuertes Brot“ genannt, während des achttägigen Pessach-Festes. In der Haggada, hebräisch für „Erzählung“ und Leitfaden für den Sederabend, hat die Matza den aramäischen Namen „lachma anija“,wörtlich „armes Brot“, auch: „Brot der Armut“.

Symbolische Speisen und der Ablauf nach der Haggada (im Vordergrund) kennzeichnen den Sederabend Foto: Israelnetz/mh
Symbolische Speisen und der Ablauf nach der Haggada (im Vordergrund) kennzeichnen den Sederabend

Koschere Matzen müssen mit Mehl hergestellt werden, das ausschließlich aus Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel oder Hafer besteht. Hafer enthält kein Gluten, das Kleber-Protein, sondern Avenin. Der Name „Gluten“ kommt vom englischen „glue“, was „Kleber“ bedeutet.  

Ein „matz-barer“ Teig besteht ausschließlich aus Mehl und Wasser: Kein Salz, kein Backpulver, keine Hefe oder was sonst den Prozess beeinflussen könnte. Nur Mehl und Wasser im Mischungsverhältnis 2 zu 1. Der Teig ist perfekt und verwendbar, wenn er beim Kneten nicht mehr an den Fingern kleben bleibt.

Die jüdischen Weisen haben festgelegt, dass zwischen dem Zeitpunkt, an dem Wasser und Mehl gemischt werden und dem fertig gebackenen Brot nur maximal 18 Minuten liegen dürfen. So soll jede Form der Fermentierung oder Säuerung ausgeschlossen werden können. Selbst-gebackene Matzen können mit Salz oder anderen Gewürzen pikanter gemacht werden, sie gelten weiterhin als kascher le-Pessach.

Datum von Pessach und Ostern

Das jüdische Pessachfest und das christliche Osterfest liegen meist nah beieinander, denn beide hohen Feiertage werden nach dem Mondkalender bestimmt: Pessach fällt in den jüdischen Frühlingsmonat Nisan und beginnt am 15. Tag des Monats. Auch Ostern hat Bezug zum Mond, der höchste christliche Feiertag wird immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert.
Als offizieller Frühlingsbeginn gilt hierbei stets der 21. März, der Tagundnachtgleiche, unabhängig vom astronomischen Zeitpunkt. Ostern fällt folglich immer auf einen Sonntag zwischen dem 22. März und dem 25. April, wobei die Berechnung auf einem kirchlichen „zyklischen Vollmond“ basiert. Das Konzil von Nizäa, gelegen in der heutigen Türkei, stellte im Jahr 325 nach der Zeitrechnung für die Berechnung des Osterdatums die Regel auf, dass Ostern am ersten Sonntag nach dem Vollmond, der auf die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche folgt, gefeiert wird.
Trotz allem blieben nach dem Konzil von Nizäa Unterschiede im Ostertermin bestehen, denn das Konzil hatte nichts darüber gesagt, mit welchen Methoden das Eintreten des Vollmonds und das Eintreten der Tagundnachtgleiche zu berechnen sind. Zudem beinhaltet die Regel von Nizäa eine Bestimmung, die den orthodoxen Christen sehr wichtig ist: Man solle Ostern nicht „mit“, griechisch „meta“ den Juden feiern, woraus die Orthodoxie ableitete, dass das orthodoxe Osterfest nicht mit dem Datum des Passahfestes zusammenfallen darf. Tritt dies ein, wird Ostern um eine Woche verschoben.
Im 16. Jahrhundert löste der Gregorianische Kalender den Julianischen Kalender ab. Bis heute benutzen die orthodoxen Kirchen den Julianischen Kalender zur Berechnung der Frühjahrstagundnachtgleiche und des darauf folgenden Vollmonds. Dies erklärt, warum orthodoxe Gemeinden ein anderes Datum errechnen.
Die Kalenderreform, die Papst Gregor XIII. durchführte war nötig, weil der damals gültige Julianische Kalender hinter der astronomischen Wirklichkeit her hinkte: Die Frühjahrstagundnachtgleiche hatte astronomisch gesehen bereits stattgefunden, wenn sie laut Kalender am 21. März eintreten sollte.

In diesem Jahr beginnt Pessach am Abend des 1. April. Der erste und der letzte Tag der Festwoche sind in Israel, gemäß der biblischen Überlieferung, gesetzliche Feiertage.

Bewegender Bericht aus Bergen-Belsen

Ein bewegendes Zeugnis dafür, welch hohe religiöse Bedeutung für gläubige Juden und Jüdinnen der Verzehr von koscheren Mazzen während der Pessach-Woche hat, veranschaulichen eindrücklich die Zeilen von Josef (Jupp) Weiss aus Flamersheim. Sie sind zu lesen in Hans-Dieter Arntz‘ Buch: „Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“.

Der Bericht über die Sederfeier 1945 in der Kinderbaracke von Bergen-Belsen wurde später in Hebräisch und weitere Sprachenübersetzt. Es ist ein Text, der in vielen jüdischen Familien und Gemeinden am Sederabend als bedeutendes Zeugnis jüdischer Religiosität selbst unter unwürdigen Bedingungen wie einem NS-Konzentrationslager gelesen wird.

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Dank des unermüdlichen Engagements des Autors konnte dieses ergreifende Zeugnis bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hans-Dieter Arntz, seit Juni 2006 Gymnasiallehrer im Ruhestand, ist ein deutscher Regionalhistoriker mit Wohnsitz in Euskirchen. Seine Bücher konzentrieren sich auf die rheinische Landeskunde sowie Zeitgeschichte. Sie und befassen sich hauptsächlich mit dem Nationalsozialismus, der Judenverfolgung und dem Kriegsende 1944/45.

Für seine deutsch-jüdische Versöhnungsarbeit wurde Arntz mehrfach national ausgezeichnet. Seine bisherigen Forschungsergebnisse zu Josef (Jupp) Weiss aus Flamersheim, dem Judenältesten von Bergen-Belsen, und religiöses Leben der Kölner Juden im Ghetto von Riga wurden vom Leo-Baeck-Institut und der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem übernommen.

Sederabend 1945 im Waisenhaus von Bergen-Belsen

„‚Du musst heute Abend in allen Baracken sprechen‘: sagte meine Frau bei der Morgenbegrüßung in ihrer Baracke zu mir. – ‚Was soll ich aber sagen?‘ antwortete ich. ‚80 Prozent aller Personen sind krank – Fleck­fieber, Erschöpfung! Wir haben Quarantäne, kaum Brot – seit 10 Tagen wird höchstens ein Fünftel unserer uns zustehenden Ration geliefert. But­ter und Brotaufstrich kennen wir nicht mehr. Du weißt, ich habe jeden Jomtov gesprochen. Wir haben in den Baracken kleine Zusammenkünfte veranstaltet. Denke an unsere Kinderfeiern von Chanukka und Purim, die für jung und alt erhebend waren. Oder erinnere Dich daran, dass am ersten Chanukka-Abend in allen Baracken, im Krankenhaus in allen Sälen, im Alters- wie im Kinderheim um dieselbe Zeit Lichter angesteckt wurden. Diese Handlung war keine Domäne der Orthodoxie. Juden aller Richtungen beteiligten sich hier – eine nicht zu unterschätzende Leistung in einem der berüchtigtsten KZs Deutschlands. Ein Zeichen von Kraft und Lebenswillen von Juden, die 45 Nationen angehören, in menschenunwür­diger Weise in Baracken zusammengepresst sind!
Aber heute sprechen, wo man sagen müsste: ,Jeder, der komme, der esse mit mir!‘- Nein, Mami, das ist zu schwer für mich. Ich bin auch nur ein Mensch, und wir haben keine Vorräte mehr, um selbst den Kranken und Erschöpften etwas extra geben zu können. Und neue Zufuhr kommt nicht mehr, und wenn ich rede, muss ich das alles sagen.’
‚Gerade darum musst Du reden; der von Dir selbst zitierte Satz aus der Haggada muss der Leitfaden Deiner Ansprache sein.‘ So antwortete meine Frau in ihrer wie immer ruhigen und überzeugenden Art.
Wir hatten selbst eine Einladung, den Seder im Kinderheim mitzufei­ern. Ich besuchte abends alle Baracken unserer Gruppe – das KZ Bergen­-Belsen bestand aus neun verschiedenen Gruppen, die durch Stacheldraht voneinander getrennt waren – und sagte kurz geschildert etwa folgendes: ‚Es ist zwar paradox, den Satz aus der Haggada zu zitieren: „jeder, der komme, der esse mit uns!‘, denn hier ist das Gegenteil der Fall Alle haben wir Hunger. Wir von der Leitung können Euch nichts mehr besorgen. Es sieht mit unserer Ernährung trostlos aus. Ich kann Euch kein Brot geben, nur mit Worten kann ich Euch Mut zusprechen. Haltet die letzten fünf Minuten aus, es sind die letzten. Wenn wir auch keine Zeitung lesen und kein Radio hören, wir fühlen es!! Wir gehören zu den wenigen europäi­schen Juden, die dieses Völkermorden vielleicht überdauern werden. Wir müssen durchhalten, weil wir an der Renaissance unseres jüdischen Volkes mitbauen müssen. Wir haben viele Völker untergehen sehen. Selbst nach diesem Kriege wird für uns, die wir persönlich so viele Opfer gegeben ha­ben, auch die Sonne wieder scheinen.’
Ich hatte etwas Angst, ihnen dieses heute Abend zu sagen, aber als ich beim Betreten dieser Baracke sowie aller anderen Baracken sah, dass auf den wenigen zur Verfügung stehenden Tischen, auf den Betten, in den Gängen, Kerzen brannten und überall in kleinen Gruppen Seder gegeben wurde, da fiel mir das Reden leicht, denn hieraus konnte ich entnehmen, dass sie innerlich so dachten wie ich. Ein kräftiges ‚Omein‘ bei den Asch­kenasim und ‚Amen‘ bei den Sephardim war stets die Antwort der Zu­hörer am Schluss meiner Ansprache.
Nachdem ich zehnmal gesprochen hatte, kam ich ins Kinderheim, wo man mit dem Beginn des Seder auf mich gewartet hatte. Hier war ich über.alles überrascht, und es erfüllt mich heute beim Niederschreiben die­ser Zeilen noch mit Stolz, was hier jüdische Menschen trotz aller Ernied­rigungen und Leiden jüdischen Kindern boten:
Ein herrlich gedeckter Tisch, Sitzplätze, nach zwei Seiten Bänke, nach zwei Seiten die unteren der dreistöckigen Betten. Einige Familien waren zu Gast, u.a. die Witwe eines vor wenigen Tagen verstorbenen holländi­schen Oberrabbiners und die Kinder des anderen holländischen Oberrabbiner-Ehepaares, die um dieselbe Zeit an Hungerödemen gestorben waren. Diese so 30 Kinder saßen in den ‚besten‘ Lagerkleidern strahlend um den Tisch. Vater Birnbaum gab den Seder in traditioneller Weise mit allen Erklärungen und Beantwortungen aller Fragen der Kinder. Die Se­derschüssel war vorschriftsmäßig, wenn auch Ersatz.
Nach dem ersten Teil gab es Essen, einfach herrlich, verschiedene Gerichte. Die Kinder und die Erwachsenen strahlten. Es waren Kunstwerke von Mutter Birnbaum, die mit ihren Töchtern für das leibliche Wohl der Gäste sorgte. Der Wein war ebenfalls prima, wenn auch Ersatz.
Wir haben 15 Monate als Hauptnahrung in Bergen-Belsen Kohl und andere Rüben gegessen; aber nur einmal habe ich den Wert der Rüben anerkannt, das war an diesem Abend. Denn der Inhalt der Sederschüs­sel, das Essen und der Wein (sprich: Saft) waren zu 90% Produkte von Rüben, durch die Künstlerhände von Mutter Birnbaum für obige Zwecke geformt.
Der zweite Teil des Seder war ebenso feierlich wie der erste. Die Gesänge wurden von den Kindern bestritten. Ich habe sie nie schöner gehört als von diesen Kinderstimmen. Zum Schluss sangen wir gemeinsam: ‚‚Leschana Haba’ah Biruschalaim‘ …
Ergriffen verließen wir das Kinderheim, um in die ‚Wirklichkeit‘ zurück­zukehren. Ich begleitete meine Frau und unseren Sohn in ihre Baracken. Dann begab ich mich ins Büro, um mit meinen Mitarbeitern die ge­wohnte tägliche Namensliste der Verstorbenen im gesamten KZ zu ma­chen. Es waren heute 596, davon etwa 500 Juden.“

Internationale Anerkennung erfuhr Arntz 2012 durch sein Buch Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen: Josef Weiss – würdig in einer unwürdigen Umgebung. Als Biographie des Josef Weiss dokumentiert es einen neuen Teilaspekt des Holocaust und fasst den gegenwärtigen Stand der diesbezüglichen Bergen-Belsen-Forschung zusammen.

Die Angehörigen des charismatischen Judenältesten von Bergen-Belsen hatten Hans-Dieter Arntz vor Jahrzehnten den handgeschriebenen Text „Seder 1945″ zur Verfügung gestellt. Diesen publizierte er 1983 erstmals in seinem Buch Judaica – Juden in der Voreifel.

Die Organisation B’nei B’rith International, gegründet 1843, hat die Mission, jüdisches Leben weltweit zu stärken und Antisemitismus zu bekämpfen. Sie würdigt posthum jüdische Lebensretter und Lebensretterinnen. Im Jahr 2024 wurde Weiss als einziger Deutscher geehrt. Dem israelischen Staatsakt diente Arntz‘ Buch als wissenschaftliche Grundlage.

Als Frontkämpfer ausgezeichnet

Der Kaufmann Josef „Jupp“ Weiss wurde am 16. Mai 1893 in Flamersheim geboren. Im Ersten Weltkrieg zeichnete er, der Jude, sich als als mutiger Frontkämpfer aus, befehligte als Feldwebel. Nach Kriegsende erhielt er die deutsche Militärauszeichnung Eisernes Kreuz 2. Klasse.

Ab dem 29. Januar 1942 war er mit seiner Familie im „polizeilichen Durchgangslager Kamp Westerbork“ inhaftiert. Das Juden-Durchgangslager Westerbork war in den deutsch besetzten Niederlanden eines der beiden zentralen Durchgangslager. Von hier aus wurden niederländische sowie sich in den Niederlanden aufhaltende deutsche Juden in weitere Konzentrations-und Vernichtungslager deportiert.

Im Lager Westerbork betreute Josef Weiss freiwillig etwa 150 emigrierte Jugendliche, für die er auch eine Lagerschule einrichtete, um etwas „Normalität“ für die Jungen und Mädchen aufrecht zu erhalten. Als Organisator jüdischer Angelegenheiten konnte Weiss bereits in Westerbork durch Fälschung von Listen Menschenleben retten.

„Judenältester“ in Bergen-Belsen

Am 10./11. Januar 1944 erfolgte seine Überführung als „wirtschaftlich wertvoller Jude“ nach Bergen-Belsen. Dort wurde er gezwungen, als ein Funktionshäftling, ein sogenannter „Judenältester, im „Sternlager“, einem Teilbereich des Konzentrationslagers, zu fungieren. Ein Funktionshäftling war ein Gefangener im KZ-System, der von SS-Bewachern als Aufseher im Arbeitseinsatz oder zu Kontroll-, Ordnungs- und Verwaltungsaufgaben gegenüber Mitgefangenen eingesetzt wurde.

In Ausübung seiner ihm aufgezwungenen Funktion setzte sich Josef Weiss oft erfolgreich für seine Mithäftlinge ein. Er manipulierte Todes-und Deportationslisten, wodurch er unter anderem die Aufstockung der kärglichen Essensportionen bewirken konnte.

Mit einem als „Verlorener Zug“ bekannt gewordenen Häftlingstransport verließ Josef Weiss im April 1945 zusammen mit seiner Frau Erna und etwa 2.400 weiteren Häftlingen das KZ Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt. Dieses befand sich im deutschen Protektorat Böhmen und Mähren.

Als der „Verlorene Zug“, der „Verlorene Transport“ oder auch „Zug der Verlorenen“ wird der letzte von drei Zügen bezeichnet, mit denen während der Endphase des Zweiten Weltkrieges Häftlinge von Bergen-Belsen abtransportiert wurden, als sich die britischen Truppen dem Konzentrationslager näherten.

Zwischen dem 6. und 11. April 1945 wurden drei Transportzüge mit insgesamt rund 6.800 von der SS „Austauschjuden“ genannten Personen zusammengestellt und zur Abfahrtstelle gebracht. Als Vorzugsjude oder auch Austauschjude wurden im Nazi-Jargon Menschen jüdischen Glaubens bezeichnet, die wegen ihrer Verbindungen zum Ausland geeignet schienen, als Gegenleistung für die Freilassung deutscher internierter Zivilisten oder auch für die Lieferung rüstungswichtiger Güter ausgetauscht zu werden. Einige Historiker verwenden den Begriff „Austauschgeisel“.

Nach einer fast zwei Wochen dauernden Irrfahrt durch noch unbesetzte Teile Deutschlands hielt dieser Zug schließlich nahe Tröbitz, einer brandenburgischen Gemeinde. Dort wurde Weiss am 23. April 1945 von der Roten Armee befreit. Josef „Jupp“ Weiss hatte die Schoa, den Holocaust, überlebt. Nach Kriegsende setzte er weiterhin für die NS-Opfer und die Bestrafung der Täter ein sowie für die Aufklärung der Bevölkerung über die Verbrechen während der NS-Judenverfolgung. Er starb am 12. September 1976 in Jerusalem.

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