Sechsjähriger macht archäologischen Fund

Auf einem Ausflug findet ein israelischer Junge ein einzigartiges Artefakt. Das Tonstück zeigt eine Szene der Demütigung. Es gibt einen Einblick in die Machtkämpfe alter kanaanitischer Städte.
Der kleine Imri ist stolz auf seinen Fund und hat zur Belohnung eine Urkunde bekommen

Foto: Israel Antiquities Authority, Facebook

Der kleine Imri ist stolz auf seinen Fund und hat zur Belohnung eine Urkunde bekommen

RE’IM (inn) – Ein sechsjähriger Israeli hat ein seltenes, etwa 3.500 Jahre altes Tonplättchen gefunden. Das teilte die Israelische Altertumsbehörde (IAA) am Montag mit. Imri Elja aus dem Kibbutz Nimri fand das Täfelchen bei einem Ausflug mit seinen Eltern zur Ausgrabungsstätte Tel Dschemmeh nahe dem südisraelischen Kibbutz Re’im in der Wüste Negev. Die IAA erkannte nach einer Untersuchung, dass es sich um einen bisher einmaligen Fund handelt.

Das 2,80 mal 2,80 Zentimeter kleine Artefakt stamme wahrscheinlich aus der späten Bronzezeit zwischen 1500 und 1200 vor Christus. Es zeigt eine Szene, in der ein Mann einen Gefangenen vor sich herführt. Der Häftling ist offenbar nackt und die Arme sind ihm hinter dem Rücken zusammengebunden. Auf der Rückseite sind noch die Fingerabdrücke des Künstlers zu erkennen.

Demonstrative Dominanz

Die Archäologen Sa’ar Ganor, Itamar Weißbein und Oren Schmueli erklären in der Pressemitteilung: „Die auf dem Täfelchen dargestellte Szene nimmt Bezug auf Siegesparaden. Daher sollte sie als Geschichte verstanden werden, die die Macht des Herrschers über seine Feinde darstellt. Es eröffnet ein visuelles Fenster zum Verständnis für Kämpfe um die Vorherrschaft zur kanaanitischen Zeit im Süden des Landes.“

Die Rollen des Siegers und des Besiegten sind hier klar verteilt Foto: Israel Antiquities Authority, Facebook
Die Rollen des Siegers und des Besiegten sind hier klar verteilt

Die gezeigte Pose solle zweifelsohne die Demütigung des Gefangenen ausdrücken. Zudem würden anscheinend ethnische Unterschiede der beiden Männer abgebildet. Der Sieger trägt krauses Haar und hat rundere Gesichtszüge. Der Abgeführte wirkt dünner und hat ein längliches Gesicht. Zu jener Epoche stand Kanaan unter ägyptischer Herrschaft. Gleichzeitig war es wiederum in Stadtstaaten zersplittert, wie Gaza, Aschkelon oder Lachisch – jeder mit seinem eigenen König. Die Ausgrabungsstätte in Tel Dschemmeh wird mit der Stadt Jurza in Verbindung gebracht, die damals eine der mächtigsten war.

Für seine Entdeckung erhielt Imri Elja das Zertifikat für gute Bürgerlichkeit: „Antiquitäten sind unser kulturelles Erbe und jeder Fund fügt ein Puzzleteil zur Geschichte unseres Landes hinzu“, sagte Pablo Betzer von der IAA. „Die Überreichung des Täfelchens an die Altertumsbehörde deutet auf eine gute Erziehung und gute Bürgerlichkeit auf Seiten Imris und seiner Eltern. Gut gemacht!“

Von: tk

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