„Ich fand eine arg mitgenommene Stadt vor, in der 20 Prozent der Bewohner einfach aufgestanden und gegangen sind“, sagte Dichter laut dem israelischen Armeerundfunk. Die Sderoter hätten ihm geschildert, wie sie nur von einem Wunder zum anderen lebten. Am Samstagmorgen sei der Gottesdienstbesuch deutlich höher gewesen als üblich.
Während der Fahrt habe er viele Menschen gesehen, die auf dem Weg zum Festival „Roter Süden“ gewesen seien, so der Minister. „Doch als ich nach Sderot kam, sah ich verlassene, menschenleere Straßen – die Menschen hatten sich in ihren Häusern eingeschlossen.“ Das Festival findet jedes Jahr im Februar in der Negev-Wüste statt. Dichter will das israelische Kabinett am Sonntag über seinen Besuch in Sderot informieren.
An einem Tag: 40 Raketen und Granaten
Am Freitag landeten 40 palästinensische Kassam-Raketen und Mörsergranaten auf israelischem Gebiet. Zwei Häuser in Sderot wurden getroffen. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Sechs Personen erlitten einen Schock. Von ihnen saßen vier gerade beim feierlichen Abendessen zu Ehren des Schabbat. Der Beschuss wurde am Samstag fortgesetzt.
Beschwerde bei Vereinten Nationen
Infolge der Angriffe vom Freitag legte Israels UN-Gesandter Dan Gillerman Beschwerde beim UN-Generalsekretär und beim Präsidenten des Sicherheitsrates ein. Er wies auf die besorgniserregenden terroristischen Aktivitäten hin, denen Israel in den vergangenen Tagen ausgesetzt gewesen sei. In seinem Brief hob er hervor, dass am Mittwoch zwei Mädchen im Kibbutz Be´eri durch eine Rakete verwundet worden seien. Die Angriffe bezeichnete er als Teil einer Kampagne der Hamas-Führung, deren höchstes Ziel es sei, Israelis zu töten.