Sderot: Eltern protestieren gegen mangelnden Raketenschutz

SDEROT (inn) - Der Elternbeirat in der raketengeplagten Stadt Sderot will den Beginn des neuen Schuljahres bestreiken. Der Grund: Der Oberste Gerichtshof will die Regierung nicht dazu zwingen, die Schulen bis zum ersten Schultag gegen palästinensische Angriffe zu schützen.

Als Reaktion auf die richterliche Entscheidung drohten die Eltern, ihre Kinder zu Hause zu lassen. „Wieso sollen wir unsere Kinder in ungeschützte Klassen schicken?“, fragte die Vorsitzende des Elternbeirats, Batja Katar. „Die Kibbutzim in der Region haben eine Alternative, ihre Kinder können in Kibbutzim lernen, die sich außerhalb der Reichweite der Kassam-Rakete befinden. Aber wir dürfen unsere Kinder nicht in Schulen außerhalb Sderots schicken. Deshalb wird das Schuljahr nicht rechtzeitig beginnen. Wir haben jegliches Vertrauen in den Staat verloren.“

Die Eltern hatten bereits im Mai beim Obersten Gericht beantragt, dass alle Schulen in Sderot und Umgebung einen Schutz gegen Raketen erhalten. Dem Antrag wurde stattgegeben. Das Gericht forderte die Regierung auf, mit der Sicherung der Klassenräume zu beginnen. Doch bisher sind nicht alle Zimmer raketensicher, berichtet die Tageszeitung „Jediot Aharonot“. Das neue Schuljahr beginnt in Israel am 2. September. Die Armee hat angekündigt, bis Ende des Jahres 2007 alle Schulen und Kindergärten gegen Raketen zu schützen – also vier Monate später.

Rechnungsprüfer fordert Handeln der Regierung

Am Mittwoch besuchte der staatliche Rechnungsprüfer Micha Lindenstrauss Regionalräte in der Nähe des Gazastreifens, von wo aus Palästinenser die Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern. Laut der „Jerusalem Post“ zeigte er sich „sehr besorgt“ über den Zustand der Schulen. „Die zentrale Regierung muss das, was sie tun sollte, grundlegender tun“, sagte er. „Wir müssen mehr tun, um Leben zu bewahren.“ Er bereite einen Bericht dazu vor, wie man die Bewohner besser gegen die Raketen schützen könne.

Der Regionalratsvorsitzende Alon Schuster teilte Lindenstrauss mit, Premierminister Ehud Olmert habe sein Versprechen nicht gehalten, einen besseren Schutz für die elf Ortschaften seines Bezirks zu bieten. Der Haushalt für 2008 sehe „keinen einzigen Schekel“ für Schutzräume in den dortigen Häusern vor.

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