Zu den zwei Millionen Schülern gehören auch Kindergarten-Besucher, Vorschüler und etwa 150.000 Erstklässer, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Der israelische Premierminister sagte anlässlich des neuen Schuljahres bereits am Sonntag: „Wir versuchen, unseren Kindern zwei Dinge einzuflößen: Werte und Exzellenz.“ Diese Kombination sichere die Zukunft des Landes.
Verbesserungen im Schulsystem
Bildungsminister Schai Piron wies auf die Verbesserungen im neuen Schuljahr hin. Bereits in den Sommerferien hatte sich sein Ministerium erstmals außerhalb der Schulzeiten um die Kinder gekümmert – mit Aktivitäten wie Bus-Ausflügen nach Eilat oder Zeltlagern für als schwierig geltende Jugendliche.
Für das kommende Schuljahr sind Verbesserungen angedacht: Durch den Einsatz digitaler Schulbücher sollen Eltern weniger Bildungsausgaben haben, zudem werde der Verleih von Schulbüchern ausgebaut. Für bedürftige Schüler sollen das Stipendien-Programm auf umgerechnet 20 Millionen Euro verdoppelt und kostenlose Vorschul-Angebote durch freiwillige Helfer erweitert werden.
Politiker gewähren persönliche Einblicke
Den Beginn des Schuljahres nahmen einige Politiker zum Anlass, alte Schulphotos zu veröffentlichen. Justizministerin Zippi Livni schrieb zu ihrem Bild: „Ich erinnere mich noch an den ersten Tag und an die Angst vor dem Unbekannten. Jahre später, als ich meinen Ältesten zur Schule brachte, hatte ich noch mehr Angst.“
Während Livni dieses Ereignis hinter sich gebracht hat, kamen einige Minister in den Genuss, ihre Kinder zur Schule zu begleiten, darunter die stellvertretende Verkehrsministerin Zippi Hotovely und Wirtschaftsminister Naftalie Bennett. Letzterer zeigte sich danach begeistert von seinem Land: „Bei der Feier standen die Kinder unter Tallits, die ihre Väter hielten, und wir segneten sie. Kinder aus Israel, Frankreich, Äthiopien und den USA waren da, einige von ihnen sind erst kürzlich eingewandert. Wir sangen ‚Ani Ma‘amin‘ (Ich glaube) und (die israelische Hymne) HaTikva (Die Hoffnung). Es gibt keinen Ort wie Israel; wirklich nicht.“
Schulsystem für eine vielfältige Gesellschaft
Der Schulbesuch in Israel ist im Alter von 6 bis 16 Jahren obligatorisch, bis zum 18. Lebensjahr freiwillig. Die Schulausbildung beginnt in der Grundschule mit der Primarstufe (Klasse 1-6) und wird in den weiterführenden Schulen mit der Mittelstufe (Klasse 7-9) und der Oberstufe (Klasse 10-12) fortgeführt.
Die Schulen sind in vier Gruppen unterteilt: Die meisten Schüler besuchen staatliche Lehranstalten. Daneben gibt es staatlich-religiöse Schulen, bei denen jüdische Studien im Vordergrund stehen. In arabischen und drusischen Schulen ist Arabisch die Unterrichtssprache, hier steht auch die arabische oder drusische Kultur im Blickpunkt des Unterrichts. Hinter privaten Schulen stehen meist religiöse oder internationale Gruppen.