Schriftzug am Tor von Auschwitz gestohlen

OSWIECIM (inn) - Unbekannte haben am Freitagmorgen in der Gedenkstätte von Auschwitz den metallenen Schriftzug "Arbeit macht frei" entwendet. Dieser war am Eingangstor des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers angebracht, das sich auf polnischem Gebiet befand.

Wie das Magazin “Spiegel” in seiner Online-Ausgabe meldet, ereignete sich der Diebstahl offenbar zwischen 3.30 und 5 Uhr. Nach Angaben der Polizei gibt es noch keine Verdächtigen. Ein Auschwitz-Sprecher teilte mit, dass mittlerweile eine Kopie des Schildes am Tor befestigt worden sei. Er sprach von einer “Entweihung der Stätte, an der mehr als eine Million Menschen ermordet wurden. Es ist beschämend. Wer auch immer es gestohlen hat: Er wusste, was er tat und wie er es zu tun hatte”.

Der Vorsitzende der zweiten Parlamentskammer des polnischen Senats, Bogdan Borusewicz, bekundete sein Bedauern über den “bedauerlichen und peinlichen” Vorfall. Er hoffe, dass die historische Tafel nicht zerstört werde, sagte er dem polnischen Rundfunk.

Jossi Levy vom israelischen Außenministerium sagte laut der Zeitung “Ha´aretz”, der jüdische Staat sei “erstaunt und ärgerlich über den Diebstahl in Auschwitz”. Er fügte hinzu: “Israel hat volles Vertrauen in die polnischen Behörden, die ermitteln. Es glaubt, dass die polnische Polizei die unmenschlichen Diebe fassen und das Schild wieder an seinen Platz bringen wird, damit es als abschreckendes Zeugnis der Gräuel dienen kann, die in dem Lager verübt wurden.”

In Auschwitz und im benachbarten Vernichtungslager Birkenau ermordeten die Nationalsozialisten mehr als 1,1 Millionen Menschen. Die meisten der Opfer waren Juden. Der Schriftzug war etwa ein halbes Jahr nach der Gründung des Lagers Auschwitz im Juni 1940 auf deutschen Befehl von polnischen Häftlingen angefertigt worden.

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