Schleppend angelaufen: Bürgermeisterwahl in Jerusalem

JERUSALEM (inn) – Die Bürgermeisterwahlen in Jerusalem sind am Dienstagmorgen nur äußerst schleppend angelaufen. Bis zum Mittag lag die Wahlbeteiligung der Bürger bei weniger als zehn Prozent, in Ost-Jerusalem gab bislang gerade einmal ein Prozent der Bürger ihre Stimme ab – die arabische Bevölkerung boykottiert die Wahl.

Die Wahllokale schließen am Dienstagabend um 22 Uhr Ortszeit. Insgesamt bewerben sich sechs Kandidaten um das Bürgermeisteramt von Jerusalem, darunter auch der amtierende Bürgermeister Uri Lupolianski.

Der ultra-orthodoxe Politiker und frühere stellvertretende Bürgermeister hatte nach Ehud Olmerts Rücktritt und dessen Berufung zum Handelsminister in der jetzigen Regierung von Ariel Sharon das Amt des Stadtoberhauptes übernommen.

In Umfragen liegt Lupoliansky knapp vor den weiteren fünf Kandidaten, darunter dem Multimillionär und Geschäftsmann Nir Barkat, Likud-Kandidat Yigal Amedi und dem arabischen Kandidaten Musa Alayin.

Die arabische Bevölkerung Jerusalems boykottiert trotz “eigenem” Kandidaten auch in diesem Jahr die Bürgermeisterwahl. In der Vergangenheit war dies auch nach einem Boykottaufruf durch die Palästinenserführung geschehen. Die arabische Bevölkerung Jerusalems – rund 32 Prozent der Anwohner – meint bei einer Beteiligung an der Bürgermeisterwahl den Anspruch Israels an Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt des Landes zu unterstützen und verzichtet daher lieber auf das Recht der politischen Partizipation.

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