Schlechte Sicherheitslage im Jemen: 16 Juden immigrieren nach Israel

JERUSALEM (inn) - Drei jüdische Familien aus dem Jemen sind am Sonntag nach Israel eingewandert. Die ohnehin nicht einfache Situation für Juden in dem islamischen Staat hatte sich zunehmend verschlechtert, nachdem im Dezember 2008 ein Muslim einen jüdischen Lehrer erschossen hatte.

Die insgesamt 16 Juden trafen am Nachmittag auf dem Ben-Gurion-Flughafen ein. Sie wanderten mit Hilfe der “Jewish Agency” nach Israel ein. Die Familien werden zunächst in ein Zentrum nach Be´er Scheva gebracht. Dort befinden sich bereits zehn weitere Juden, die vor etwa drei Monaten aus dem Jemen einwanderten. Ihnen wird in den kommenden Wochen ein Appartement zur Verfügung gestellt.

Derzeit leben noch etwa 260 Juden im Jemen. Die meisten davon wohnen in Raida und der Hauptstadt Sana´a. Eli Cohen, Leiter der Abteilung für Einwanderung und Aufnahme bei der “Jewish Agency”, forderte die verbleibenden Juden dazu auf, nach Israel und nicht in andere Länder auszuwandern. Laut einem Bericht der Tageszeitung “Jerusalem Post” hat die Hälfte der Juden den Wunsch, in die USA auszuwandern.

Todesstrafe für Mord an Juden

In den vergangenen Monaten hatte sich die Sicherheitslage für die Juden im Jemen verschlechtert. Der Tageszeitung “Jediot Aharonot” zufolge gab es immer wieder Drohungen gegen Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft. Die jemenitischen Behörden hätte diese jedoch weitestgehend ignoriert. Im Dezember vergangenen Jahres hatte ein muslimischer pensionierter Pilot der jemenitischen Luftwaffe einen jüdischen Lehrer in Raida auf offener Straße erschossen. Im März hatte ein Gericht geurteilt, der 40-jährige Mann  sei “psychisch krank” und müsse daher eine Geldstrafe für die Tat zahlen. Der Vater des Getöteten ging jedoch gegen das Urteil vor. Am vergangenen Sonntag verurteilte ein Gericht in Sana´a den Täter nun zum Tode.

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