Schin Beit mit englischer und arabischer Website

JERUSALEM (inn) - Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Beit betreibt seine Website jetzt auch in englischer und arabischer Sprache. Damit will er der "riesengroßen Wolke von Fehlinformation" begegnen, die im Internet zu finden sei.

„Wir verstehen, dass wir für die Öffentlichkeit arbeiten, und wir glauben, dass wir alles der Öffentlichkeit zugänglich machen sollten, sofern dies der Organisation nicht schadet“, zitiert die Zeitung „Ha´aretz“ einen Schin Beit-Mitarbeiter. „Die Organisation ist nicht geheim, nur ihre Operationen. Wir nennen das ‚kontrollierte Offenheit‘.“ Im englischsprachigen Internetauftritt wird der Geheimdienst mit ISA abgekürzt, das steht für „Israel Security Agency“.

Geheimdienstchef strebt nach Veröffentlichung von Informationen

Der Schin Beit sieht davon ab, seine Methoden darzulegen. Doch seit Juval Diskin 2005 den Vorsitz übernahm, hat er sich dafür eingesetzt, dass Informationen veröffentlicht werden, die das Personal nicht gefährden. Er ist erst der dritte Schin Beit-Chef, der in seiner Amtszeit namentlich bekannt ist. Die Vorgänger wurden mit dem Anfangsbuchstaben des Vornamens bezeichnet, auf Abbildungen wurden ihre Gesichter unkenntlich gemacht. Dies ist bis heute bei den meisten Agenten der Fall.

Der Inhalt des neuen Internetauftritts unterscheidet sich kaum von dem bereits vorhandenen hebräischen. Die hebräische Website war ursprünglich für die Anwerbung von begabten Agenten gedacht, teilte Esther Levanon, eine frühere ranghohe Vertreterin des Geheimdienstes, mit. Das englische und das arabische Internetportal soll einen Gegenpol zu dem vielen unautorisierten Material setzen, das im World Wide Web zu finden sei. Im Zeitalter des Internet suchten die Menschen nach Informationen, und hier könnten sie solche auf einer offiziellen Webseite finden.

Der Schin Beit scheut sich dabei nicht, auch auf eigene Fehler aus der Vergangenheit einzugehen. So werde der Mord am israelischen Premier Jitzhak Rabin als schwerwiegender Misserfolg angesehen, weil es dem Geheimdienst nicht gelungen sei, den Regierungschef zu schützen, heißt es in dem Portal.

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