Scharon liegt im Sterben

TEL HASCHOMER (inn) – Ariel Scharon droht wegen eines Nierenversagens ein Kollaps seiner Körperfunktionen. Das verlautete aus dem Tel HaSchomer Hospital nahe Tel Aviv. Seit Januar 2006 wird der 85-jährige Politiker nach einem schweren Hirnschlag künstlich am Leben gehalten.
Der Gesundheitszustand von Ariel Scharon hat sich verschlechtert. (Archivbild)

Foto: UN Photo/Evan Schneider

Der Gesundheitszustand von Ariel Scharon hat sich verschlechtert. (Archivbild)

Scharon war zwischen 2001 und 2006 israelischer Premierminister und hatte in seiner Regierungszeit im Jahr 2005 den Gazastreifen räumen lassen.
„Der Zustand von Scharon wird von uns als ernst und kritisch bezeichnet.“ Das sagte der behandelnde Arzt Professor Se‘ev Rotstein bei einer Pressekonferenz im Tel HaSchomer-Krankenhaus. Ariel Scharons Familie, darunter seine beiden Söhne, befinde sich an seinem Krankenbett. „Arik ist bis heute ein Kämpfer und hat in den vergangenen Jahren während seiner Behandlung viele kritische Augenblicke überlebt“, sagte der Professor, der seinen Patienten wegen „tiefer Sympathie“ beim Vornamen nannte.
Wegen seines Alters und allgemeinen Zustands nach acht Jahren Koma infolge eines Schlaganfalls erhalte Scharon keine Behandlung mit Dialyse, trotz des Versagens seiner Nieren. Mehrere weitere lebenswichtige Körperfunktionen seien zusammengebrochen, sagte der Arzt, ohne Einzelheiten zu nennen. Deshalb bestehe „akute Lebensgefahr“. Der Professor wollte jedoch keine genauere Prognose abgeben und redete nur pessimistisch von einem „Wandel zum Schlimmsten“.
Die Ärzte gäben ihm die „übliche Behandlung“, wie zum Beispiel Antibiotika, wegen Entzündungen, unter denen er „seit geraumer Zeit“ leide.
Die israelischen Medien, Rundfunk wie Fernsehen, schalten immer wieder ihre Korrespondenten vor dem Hospital hinzu, um über die „neuesten Entwicklungen“ zu berichten. Gleichzeitig kocht schon die Gerüchteküche. So erhielt eine Moderatorin im Rundfunk, Ajala Chason, von einer „sehr glaubwürdigen Informationsquelle“ während ihrer Sendung eine SMS, die sie allerdings nicht vorlesen, sondern erst mal nachprüfen wollte. „Es geht um das laufende Drama, aber die Nachricht erwies sich als falsch“, erzählte sie vieldeutig.
Obgleich Scharons Tod offenbar unmittelbar bevorsteht, wird öffentlich noch nicht diskutiert, wo er begraben werden könnte. Scharon war fünf Jahre lang Regierungschef Israels, sodass ihm in jedem Fall ein Staatsbegräbnis zusteht.

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