Schalom in Tunesien

TUNIS (inn) – Israels Außenminister Silvan Schalom ist am Dienstag in Tunesien eingetroffen – dort nimmt er am UN-Weltgipfel über die Informationsgesellschaft teil. Am Abend besuchte er zum Auftakt die jüdische Gemeinde von Dscherba.

Schalom kam mit einer etwa 130-köpfigen Delegation in das nordafrikanische Land. Unter seinen Begleitern ist auch Kommunikationsministerin Dalia Itzik. Es war der erste Direktflug von Israel nach Tunesien in der Geschichte. Zwischen Israel und dem moslemisch-arabischen Staat gibt es keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Auf dem internationalen Flughafen von Dscherba wurden die israelischen Gäste herzlich willkommen geheißen. Das berichtet die Tageszeitung “Jerusalem Post”.

Ein erster Besuch führte den Außenminister, der ursprünglich aus Tunesien stammt, zur jüdischen Gemeinde von Dscherba. Auf ihre Synagoge war im April 2002 ein Bombenanschlag verübt worden. Dabei starben 19 Menschen, darunter 14 deutsche Touristen.

Die Wurzeln der Gemeinde reichen bis in die Zeit des ersten Jerusalemer Tempels zurück (955 bis 587 vor der Zeitrechnung). Heute hat sie etwa 1.000 Mitglieder. Der Besuch des stellvertretenden Premierministers habe große Freude ausgelöst, sagte der tunesische Oberrabbiner Hajim Bita. “Wir haben uns nie erträumt, dass so etwas geschehen könnte.”

Treffen mit Abbas

Am Rande des Weltgipfels traf Schalom am Mittwoch mit dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, zusammen. Es war das ranghöchste israelisch-palästinensische Treffen seit Juni. Anschließend bezeichnete der Außenminister die 30-minütigen Gespräche als gut. Abbas habe gesagt, er sei über die Begegnung froh gewesen und hoffe, dass es ein endgültiges Friedensabkommen geben werde.

Ein Thema war die Vereinbarung über den Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, die am Dienstag erzielt worden war. Zudem sei es um die Terrorgruppen Hamas und Hisbollah gegangen, so Schalom. “Ich habe ihm gesagt, dass die Hamas versucht, seine Regierung zu unterminieren und das Establishment zu verändern.” Abbas sagte, die PA sei noch sehr schwach.

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