Schalits klagen in Paris

PARIS (inn) - Die Eltern des von Palästinensern verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit haben am Montag in Paris Klage wegen der Entführung und Gefangennahme ihres Sohnes eingereicht. Sie beauftragten ein Gericht damit, die für die Tat Verantwortlichen zu benennen und einen internationalen Haftbefehl gegen diese auszustellen.

Gilad Schalit besitzt neben der israelischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Nach französischem Recht kann jeder belangt werden, der ein ernsthaftes Verbrechen gegen einen Bürger Frankreichs begangen hat, gleich, woher er stammt. Das Gericht wäre dazu berechtigt, mit einem internationalen Haftbefehl von Interpol, Hamas-Führer zum Verhör einzubestellen.

Der Vater des Entführten, Noam Schalit, sagte laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot": "Es ist unmöglich, solch einen Antrag bei einem israelischen Gericht zu stellen. Wir haben das Gericht als israelische und französische Staatsbürger gebeten, die Personen zu untersuchen, die meinen Sohn Gilad entführt haben und ihn schon seit fünf Jahren gefangen halten, in totaler Einsamkeit, ohne Grundrechte und ohne dass ihn jemand gesehen hat."

Gilad Schalit wurde am 25. Juni 2006 von bewaffneten Palästinensern in den Gazastreifen verschleppt. Damals war er 19 Jahre alt. Das bislang letzte Lebenszeichen des Soldaten war ein Videofilm vom September 2009, den die Hamas im Austausch gegen 20 inhaftierte Palästinenserinnen an Israel übergab.

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