Schalits Kameraden appellieren an Barak

TEL AVIV (inn) - Der vor mehr als zwei Jahren entführte israelische Soldat Gilad Schalit hätte am Dienstag seinen dreijährigen Dienst beim Militär beendet. Aus diesem Grund fand am Abend eine Gedenkveranstaltung in Tel Aviv statt, an der Kameraden seiner Einheit sowie Hunderte weitere Israelis teilnahmen.

Während der Gedenkfeier auf dem Rabin-Platz sprach unter anderen der Vater des Verschleppten. Er dankte den sieben Soldaten, dass sie sich am Tag ihrer Entlassung für ihren Kameraden einsetzten, anstatt direkt ins Ausland zu fahren, wie die meisten Armeeangehörigen, die ihren Dienst beenden. “Sie haben ihre Freundschaft mit ihm nicht vergessen, auch nicht an einem Tag, der eigentlich ein Tag zum Feiern für sie sein sollte”, so Noam Schalit.

Die Soldaten waren nach ihrer Entlassung neun Kilometer von ihrer Basis zum Büro des Verteidigungsministers in Tel Aviv gelaufen. Dort hatten sie Ehud Barak getroffen und ihn gebeten, alles zu tun, um Schalits Freilassung zu erreichen. Barak habe ihnen versichert, dass die Bemühungen laufen. Der Prozess finde jedoch im Geheimen statt, um zu verhindern, dass er sabotiert werde.

Der Kommandeur von Schalits Einheit, Dagan Schochar, kündigte an, dass die Armeeangehörigen keine öffentliche Kampagne planten. “Wie wollen die Regierung und die Entscheidungsträger stärken und ermutigen, das Richtige zu tun”, so Schochar.

Unterdessen wurde von israelischen Diplomatenkreisen die Behauptung zurückgewiesen, dass Israel bereit sei, Schalit gegen den inhaftierten Fatah-Führer Marwan Barghuti einzutauschen. Dies seien lediglich Medienspekulationen, hieß es laut der Tageszeitung “Jerusalem Post”.

Juval Diskin, Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Beit, hatte sich am Dienstag ebenfalls gegen eine Freilassung Barghutis ausgesprochen. Dadurch würde die Autorität von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas enorm geschwächt werden. Barghuti gilt laut Umfragen als beliebtester Palästinenserführer.

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