Vor allem Brettspiele seien an der Tagesordnung gewesen: Schach und Domino mit seinen Entführern, aber auch selbst erdachte „1-Mann-Spiele“. Der Basketballfan war außerdem erfinderisch: „Ich funktionierte eine Socke zu einem Ball um und zielte damit auf Mülleimer.“ Die Karten von Israel, seinem Heimatort und seinen Lieblingsplätzen zeichnete er, um sich die Orte immer wieder ins Gedächtnis rufen zu können. Außerdem führte er Listen, um sich an Dinge zu erinnern. „Ich schrieb, machte Listen, verfolgte Sportveranstaltungen“, fasste Schalit seine Zeit der Gefangenschaft zusammen.
Auf dem Weg zur Grenze bei Rafah, kurz vor seiner Freilassung, habe er sehr unter Druck gestanden. Deshalb sei die Überquerung der Grenze in Richtung Ägypten eine „große Erleichterung“ gewesen. Außerdem habe ihn das Durcheinander an Menschen um ihn herum verwirrt, nachdem er fast sechs Jahre kaum jemanden um sich gehabt hätte. Die erste Nacht zu Hause war aber gut. „Ich war sehr müde und habe sehr gut geschlafen“, erzählte Schalit. Vor dem Haus der Schalits sorgten Grenzschutzbeamte für die Sicherheit der Familie.
Schalit wurde im Juni 2006 durch Anhänger der Hamas entführt und anschließend an einen unbekannten Ort im Gazastreifen verschleppt (Israelnetz berichtete). Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsgruppen forderten in den folgenden Jahren seine Freilassung. An den Jahrestagen seiner Gefangennahme fanden jeweils große Kundgebungen statt. Im Austausch gegen 1027 palästinensische Häftlinge wurde Schalit am 18. Oktober 2011 freigelassen und konnte nach Israel zurückkehren. Mittlerweile ist er aus dem Militärdienst ausgeschieden.
Das vollständige Interview will „Kanal 10“ in den kommenden Tagen ausstrahlen.