Schabak verhindert Sprengstoff-Schmuggel

Israel lässt Palästinenser aus dem Gazastreifen einreisen, um Krankheiten zu behandeln. Am Mittwochmorgen haben zwei Frauen dieses System für terroristische Zwecke missbraucht.
Humanitäre Kanäle ausgenutzt: Ein Krankentransport entpuppte sich als Schmuggelaktion (Symbolbild)

Foto: Israelisches Militär, flickr

Humanitäre Kanäle ausgenutzt: Ein Krankentransport entpuppte sich als Schmuggelaktion (Symbolbild)

GAZA (inn) – Zwei Schwestern aus dem Gazastreifen haben Medizinverpackungen genutzt, um Sprengstoff nach Israel zu schmuggeln. Der Inlandsgeheimdienst Schabak gab am Mittwoch bekannt, den Schmuggel verhindert zu haben. Die beiden Frauen hätten dabei die Reiseerlaubnis für Kranke ausgenutzt. Eine von ihnen leidet an Krebs und sollte in Israel behandelt werden.

Der Sprengstoff „wurde von der Hamas verschickt und war dazu gedacht, in naher Zukunft einen Anschlag in Israel zu verüben“, teilte der Schabak weiter mit. Er sollte dazu gebraucht werden, Sprengsätze herzustellen. Die Frauen wurden zur Befragung festgenommen.

Netanjahu: Skepsis weiter angebracht

Für das Verteidigungsministerium ist der Vorfall ein weiterer Beleg dafür, „dass Terrorgruppen im Gazastreifen weiterhin humanitäre Kanäle ausnutzen, um Terror in das israelische Kernland zu exportieren“. Das sagte der Leiter der Behörde für Grenzübergänge, Kamil Abu Rokan. „Die Sicherheitskontrollen am Übergang funktionierten genau so, wie wir es erwarten – und mit bemerkenswerter Professionalität.“

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kam schon am Mittwochmorgen ebenfalls auf den Fall zu sprechen. Er nannte laut der „Times of Israel“ noch keine Details, da die Mitteilung des Schabak zu diesem Zeitpunkt noch ausstand. Er sagte jedoch, Fälle wie dieser seien der Grund, warum es so unwahrscheinlich sei, dass Palästinenser aus dem Gazastreifen eine Arbeitserlaubnis für Israel erhalten, wie mancher Politiker es fordere. Die Arbeitslosenrate im Gazastreifen liegt nach Angaben der Weltbank vom 1. April bei 42 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei 58 Prozent.

Israel kontrolliert aus Furcht vor Terror den Waren- und Personenverkehr in und aus dem Gazastreifen. Nichtsdestotrotz erhielten im Jahr 2016 nach Angaben der Armee mehr als 30.000 Palästinenser aus dem Gazstreifen medizinische Hilfe in Israel. Laut der „Behörde für die Koordination der Regierungsaktivitäten in den (Palästinenser-)Gebieten“ (COGAT) haben am Dienstag 1.010 Personen den Eres-Übergang genutzt; zweimal überquerten Krankenwagen den Übergang. Ebenfalls am Dienstag gelangten 29.300 Tonnen an Gütern in 843 Lastkraftwagen über den Kerem-Schalom-Warenübergang in den Gazastreifen.

Von: df

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen