Saniora: “Entwaffnung der Hisbollah ist unsere Sache”

BEIRUT (inn) – Die libanesische Armee wird sich zur rechten Zeit um die Entwaffnung der Hisbollah kümmern. Dies sagte Premierminister Fuad Saniora gegenüber der italienischen Zeitung “La Repubblica”.

“Sie müssen akzeptieren, dass dies ein langwieriger Prozess ist”, wandte sich der libanesische Regierungschef an den Interviewer. “Die Armee hat es nicht eilig, die Arbeit zu beenden. Sie hat klare Anweisungen erhalten: keine anderen Waffen.” Die Armee sei noch nicht in einer aktiven Phase, in der sie konkrete Ergebnisse vorweisen könne, “aber wir werden dorthin kommen. Doch ohne Druck auf Personen auszuüben: wir sprechen weiter von einer Armee und von Bürgern, nicht von Besatzern” – es gehe also nicht um Außergesetzliches. “Geduld und Klugheit sind Waffen, die wir einsetzen: wer rennt, um zu erreichen, was er will, verliert am Ende alles.”

Doch letztlich werde die libanesische Armee die Hisbollah entwaffnen, fügte Saniora hinzu. “Es liegt nicht bei den internationalen Soldaten, dies zu tun, sie müssen sich darüber keine Sorgen machen. Die Hisbollah ist eine politische Partei, die in der Regierung vertreten ist, und sie hat den Sieben-Punkte-Plan der Regierung akzeptiert, der den Vereinten Nationen vorgelegt wurde, und auch das Dokument über die Stationierung der Armee im Süden: diese Dokumente stabilisieren deutlich die Autorität der Regierung.”

“Hisbollah wird keinen neuen Krieg anzetteln”

“La Repubblica” stellte die Frage: “Aber die Hisbollah hat die Regierung, das ganze Land in einen Krieg gezogen, ohne jemanden zu warnen, ohne um ein Einverständnis zu bitten. Fürchten Sie nicht, dass es erneut passieren kann?” Darauf entgegnete der Premier: “Nein, das glaube ich nicht. Die Position der Regierung war von Anfang an klar: wir wussten nicht von der Entführung der Soldaten und haben nicht die Verantwortung für diese Tat übernommen. Aber seither haben wir Schritte nach vorne gemacht. Ich glaube nicht, dass die Hisbollah jetzt in der Lage ist, das zu wiederholen, was sie getan hat. Sie hat die Lektion gelernt aus dem, was sie erreicht hat, und ich spreche von der Zerstörung. Und die Regierung hat es geschafft, Themen in die internationale Tagesordnung zu bringen, die der Hisbollah lieb sind, wie die Scheba-Farmen, von denen jahrelang niemand sprach. Ich glaube, dass die Lage ruhig bleibt.”

“Dialog einziger Weg zur Sicherheit”

An Israel gerichtet, fragte Saniora: “Glaubt Ihr, dass aus diesem Vorfall etwas Gutes entstehen kann? Dass unsere Länder mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, die wieder Truppen und Menschen in unsere Region schickt, einen Prozess des Dialoges anfangen können? Ich glaube, dass Israel aus diesem Krieg begriffen hat, dass Gewalt und Waffen nicht der Weg sind, um zu seiner Sicherheit zu kommen. Wir sind im Nahen Osten, der einzige Weg zum Frieden ist der Dialog, wir müssen miteinander reden. Aber wenn die israelischen Minister Kriegserklärungen machen, vielleicht nur, um eine öffentliche Meinung zu beruhigen, die sich besiegt fühlt, unterstützen wir nicht den Weg des Dialogs.”

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