Wie das Nachrichtenportal „Arutz Scheva“ berichtet, bestand das Gotteshaus aus einem 5 mal 8 Meter großem rechteckigen Saal. Die Frontseite war nach Südwesten zum Berg Garetzim ausgerichtet, der den Samaritanern heilig ist. In der Mitte eines bunten Mosaikfußbodens war noch die letzte Zeile der Inschrift zu lesen.
In den Wänden des Gebetssaales befanden sich fünf rechteckige Einbuchtungen. Als Sitzgelegenheiten hätten vermutlich Holzbänke gedient, teilte die Israelische Altertumsbehörde (IAA) mit. Sie verantwortet die Grabung, die vom Wohnungsbauministerium finanziert wird. Nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen soll an der Stätte südwestlich von Beit Schean ein Wohnviertel ausgebaut werden. Bereits früher waren in der Gegend zwei Gotteshäuser der Samaritaner freigelegt worden.
„Die Entdeckung einer weiteren samaritanischen Synagoge im landwirtschaftlichen Hinterland ergänzt unser bestehendes Wissen über die samaritanische Bevölkerung in dieser Zeit“, hieß es aus der IAA. „Offenbar wurden die Bauwerke, die dort entdeckt wurden, am Ende des fünften Jahrhunderts errichtet und bestanden bis zum Vorabend der islamischen Eroberung im Jahr 634, als die Samaritaner den Komplex verließen. Die Synagoge spielte eine wichtige Rolle im Leben der Bauern, die in der Umgebung wohnten.“
Neben dem Gotteshaus stießen die Forscher auf die Überreste eines Bauernhofes aus der spätbyzantinischen Epoche. Er war mehr als 1.500 Quadratmeter groß und hatte einen zentralen Innenhof. Dieser war umgeben von Lagerräumen. Im südlichen Teil fanden sich ein Wohngebäude, ein Gästesaal und gewerbliche Räume
Hintergrund
In Israel gibt es noch rund 600 Samaritaner. Je 300 leben abgeschieden in einer Ortschaft am Garetzim und in Holon bei Tel Aviv. Der „Segensberg“ ist ihr Heiligtum, dort liegt auch ihr Opferplatz. Die Samaritaner sprechen Arabisch und Hebräisch, ihr Hoherpriester in Samaria ist Mitglied des palästinensischen Autonomierates.
Nach biblischer Überlieferung entstammen sie den zehn Stämmen des Nordreiches Israel, dessen Zentrum Sichem (Nablus) war. Offenbar vermischten sich die Samaritaner dort mit mesopotamischen Stämmen.
Die religiösen Riten und Feste sowie die Torah der Samaritaner unterscheiden sich mehr oder weniger von denen der Juden. Außer den Fünf Büchern Mose erkennen sie die Schriften der Hebräischen Bibel nicht an.