Rivlin: Wir sind gezwungen, zu kämpfen

JERUSALEM (inn) – Israelische Soldaten kämpfen nicht aus Blutgier, sondern weil die Feinde sie dazu zwingen. Das hat Israels Staatspräsident beim Gedenktag für Gefallene betont.
Staatspräsident Rivlin gedachte am Dienstagabend der Gefallenen Israels.
Am Tag des Gedenkens an die Gefallenen und die Opfer von Terrorismus haben Politiker und Armeevertreter an den Wert des israelischen Staates erinnert. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Mittwochvormittag bei der zentralen Zeremonie auf dem Herzl-Berg, er könne nachvollziehen, wie schmerzlich der Verlust eines Familienmitglieds ist. „Solange ich atme, werde ich die Schreie meines Vaters und meiner Mutter hören.“ Netanjahus Bruder Jonathan kam 1977 bei einer Militäroperation ums Leben. Bereits am Dienstagabend erklärte der Premier die Bedeutung dieser Opfer. Es gehe um die Verteidigungsbereitschaft Israels. „So wie die Drohungen unserer Feinde wachsen, unser Heimatland anzugreifen, wächst unsere Entschlossenheit, unser Heimatland zu verteidigen.“ Sätze wie dieser erfordern Mut, denn Netanjahu sagte sie vor Familien, die ihre Angehörigen bei der Verteidigung des Staates oder bei Terroranschlägen verloren haben. Er fügte an: „Unser Trost ist es, dass diese Jungen und Mädchen während einer edlen Aufgabe gefallen sind, bei der Sicherung der Existenz des Staates Israel. Es gibt keine Zukunft für das jüdische Volk ohne den Staat Israel.“

Zwei Sirenen für einen Tag

Am Dienstagabend waren Sirenen eine Minute lang erklungen, um an die 23.200 Gefallenen und Terror-Opfer seit dem Jahr 1860 zu gedenken. Staatspräsident Reuven Rivlin sagte bei einer Veranstaltung an der Klagemauer, Israel wolle keinen Krieg. „Unsere Söhne gingen nicht blutrünstig in den Kampf. Nicht im vergangenen Sommer, nicht in den Sommern zuvor, nicht in denen, die noch kommen. Wir sind gezwungen, zu kämpfen.“ Am Mittwochvormittag ertönten die Sirenen wiederum, diesmal zwei Minuten lang. Israels Bürger hielten während dieser Zeit im Gedenken inne. Kurz zuvor sprach der Generalstabschef der Armee, Gadi Eisenkot, davon, dass das Gedenken an die Gefallenen Bürgerpflicht sei. „Ihre Erinnerung führt uns weiterhin, während wir ihren letzten Willen erfüllen – das Land zu verteidigen.“

Ja‘alon: Israel für viele nicht selbstverständlich

In Tel Aviv gab Verteidigungsminister Mosche Ja’alon zu bedenken, dass der Staat Israel für viele keine Selbstverständlichkeit ist. „Es gibt viele, die noch mit dem Recht auf ein jüdisches Heimatland zurecht kommen müssen. Sie werden alles tun, um uns zu hintergehen und unsere Leben zu zerstören mit Raketen und Geschossen, Terror und Entrechtung – und in den zurückliegenden Jahren mit dem Versuch, eine Atomwaffe zu entwickeln.“ In New York las der israelische UN-Botschafter Ron Prosor vor dem Weltsicherheitsrat aus der israelischen Nationalhymne „HaTikwa“ (Die Hoffnung) vor. Er sagte dem Gremium zunächst, dass die bedauerten Frauen und Männern um der Freiheit willen gestorben seien. Anschließend zitierte er aus der Hymne: „Unsere Hoffnung geht nicht verloren, die Hoffnung von 2.000 Jahren, freie Menschen zu sein im Lande von Zion und Jerusalem.“ Eine Person findet sich inzwischen nicht mehr auf der Gedenkliste: die Eltern von Muhammed Abu Chdeir forderten, ihn daraus zu entfernen. Sie seien zuvor nicht über diesen Schritt informiert worden. Israel hat den palästinensischen Jugendlichen als Terror-Opfer anerkannt, nachdem drei Juden ihn Anfang Juli 2014 ermordet hatten. (df)

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