Rivlin beeindruckt von bedeutenden Veränderungen

1979 haben Israel und Ägypten Frieden geschlossen. Die historische Vereinbarung mit „dem größten Feind“ Israels hat zu tiefgreifenden Veränderungen geführt, wie Israels Staatspräsident Rivlin resümiert.
Der Frieden zwischen Israel und Ägypten hat zu Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Tourismus und Sicherheit geführt, betont Israels Staatspräsident Rivlin

Foto: Reuven Rivlin, Twitter

Der Frieden zwischen Israel und Ägypten hat zu Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Tourismus und Sicherheit geführt, betont Israels Staatspräsident Rivlin

JERUSALEM (inn) – Der Frieden zwischen Israel und Ägypten hat sich bewährt – auch, wenn es noch keine offenen Grenzen oder Gemeinschaft der Völker gibt. Das hat Israels Staatspräsident Reuven Rivlin am Montag bei einer Konferenz an der Hebräischen Universität in Jerusalem erklärt. Thema der Tagung war der seit 40 Jahren bestehende Friedensvertrag zwischen den beiden Nationen.

„Krieg, Töten und der Verlust von Leben waren die Wege, mit denen wir jahrelang mit Ägypten kommunizierten. Angst, Misstrauen und eine ständige Bereitschaft für die nächste Konfliktrunde waren die Bausteine unserer Position gegenüber Ägypten. Und das aus gutem Grund“, sagte der Präsident zu Beginn seiner Ausführungen laut dem Nachrichtenportal „Arutz Scheva“. Und weiter: „Ägypten war die größte konventionelle militärische Bedrohung des Staates Israel. Ägypten führte die gesamte arabische Welt an, mit seiner aggressiven anti-israelischen Haltung, seiner Nichtanerkennung und Leugnung unserer Existenz und seiner kompromisslosen Opposition. Wir hatten keine Alternative. Wir wagten nicht, von einem anderen Weg zu träumen.“

Doch Ägyptens damaliger Präsident Anwar al-Sadat schlug 1977 den Weg in Richtung Frieden ein. Wenige Jahre zuvor, 1973, hatte er während des jüdischen Fastentags Jom Kippur noch einen Überraschungsangriff gegen Israel durchgeführt. „Sadats Initiative fiel nicht auf taube Ohren. Ganz Israel begrüßte die mutige ägyptische Initiative und empfing Präsident Sadat mit offenen Armen“, sagte Rivlin. Der Staatspräsident zitierte den damaligen Premier Israels, Menachem Begin. Dieser hatte gegenüber Sadat geäußert: „Wir haben aus der Geschichte gelernt, Herr Präsident, dass Krieg zwar vermeidbar ist, aber Frieden unvermeidlich ist.”

„Tiefgreifende und bedeutende Veränderung“

Im Beisein von US-Präsident Jimmy Carter unterzeichneten die beiden Politiker am 26. März 1979 einen historischen Friedensvertrag. 40 Jahre später erklärt Rivlin: „Wir sind beeindruckt von der tiefgreifenden und bedeutenden Veränderung, die diese historische Vereinbarung mit sich brachte. Der Frieden zwischen uns und Ägypten hat nicht nur das Ende eines Konflikts zwischen uns und dem größten und stärksten Feind Israels gebracht.“ Durch diesen Frieden hätten sich Israelis, Ägypter und später auch Jordanier auf Initiativen für wirtschaftliche Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Energie-, Wasser- und Tourismusprojekte konzentrieren können.

Sadat, Carter und Begin bei Verhandlungen im amerikanischen Camp David Foto: Moshe Milner
Sadat, Carter und Begin bei Verhandlungen im amerikanischen Camp David

Der Frieden mit Ägypten habe sich zudem immer wieder bewährt, wenn es um komplexe Sicherheitssituationen gehe, vor allem im Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen, erklärte das Staatsoberhaupt.

Der Frieden habe zwar noch nicht zu offenen Grenzen und einer Gemeinschaft der Völker geführt. „Aber wir sollten nicht auch nur für einen Moment getäuscht werden: ,Die Schwierigkeiten des Friedens’, wie Premierminister Menachem Begin schrieb, ,sind den Qualen des Krieges vorzuziehen’“, sagte Rivlin. Er fügte hinzu: „Wir müssen zu dem Punkt gelangen, an dem wir wirklich sagen können: Kein Krieg und kein Blutvergießen mehr zwischen Israelis und Arabern.“

Von: dn

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