Reuters-Bild manipuliert

LONDON (inn) - Die britische Nachrichtenagentur Reuters hat erneut ein manipuliertes Bild veröffentlicht. Es zeigt einen Soldaten, auf den "Friedensaktivisten" an Bord der "Mavi Marmara" einstechen. Nach Angaben des Weblogs "Little Green Footballs" waren auf dem Foto ein Messer und Blutspuren abgeschnitten worden.

Wie die Zeitung „Jediot Aharonot“ meldet, waren die Bilder zunächst in der türkischen Tageszeitung „Hurriyet“ veröffentlicht worden. Anschließend wurden sie über die Nachrichtenagenturen an ausländische Medien weitergegeben. Die AP habe die Fotos in ihrem ursprünglichen Zustand belassen. Reuters habe sie hingegen so abgeschnitten, dass ein Aktivist mit einem Messer ebenso nicht mehr zu sehen war wie eine Blutlache.

„Das ist eine sehr interessante Weise, das Foto zu beschneiden“, heißt es in dem Blog. „Die meisten Leute würden das Messer für einen wichtigen Teil des Kontextes halten. Ein Messer bei einem Bild abzuschneiden, das einen Soldaten zeigt, auf den offenbar gerade eingestochen wird, erscheint als sehr seltsame redaktionelle Entscheidung. Es sei denn, jemand versucht es zu verstecken.“

In einem späteren Blog-Eintrag ist ein zweites Bild zu sehen, das anscheinend ebenfalls beschnitten wurde. Auch hier sei auf diese Weise ein Messer entfernt worden. „Nun haben wir zwei Bilder von den ‚Friedensaktivsten‘, die von jemandem bei Reuters beschnitten wurden, um Messer in den Händen von Aktivisten zu entfernen, als sie Soldaten als Geiseln nehmen wollten“, kommentiert das Weblog den Vorfall.

Reuters betonte in seiner Reaktion, die Bilder seien nicht absichtlich so veröffentlicht worden, dass die Ränder fehlen. Zudem entfernte die Nachrichtenagentur die Fotos von ihrem Server und ersetzte sie durch die Originale.

Bereits im Zweiten Libanonkrieg hatte ein Fotograf, der bei Reuters angestellt war, zwei Bilder manipuliert. Der Libanese vergrößerte eine Rauchwolke über einem zerstörten Haus und fügte einer israelischen Rakete mit einem Graphikcomputerprogramm zwei weitere hinzu. Auch damals hatte „The Little Green Footballs“ die Fälschung aufgedeckt. Der Mitarbeiter wurde von der Nachrichtenagentur entlassen.

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