Regierung bittet Syrien um Informationen über vermissten Soldaten

JERUSALEM (inn) - Die israelische Regierung bemüht sich wieder verstärkt um Informationen über das Schicksal des seit zwölf Jahren vermissten Soldaten Guy Hever. Im Rahmen einer neuen Kampagne hat sie sich jetzt an die Führung in Syrien gewendet, um Hinweise über den Verbleib des Israelis zu erlangen. Bisher hatte der arabische Nachbarstaat jegliche Zusammenarbeit zur Aufklärung des Falls verweigert.

Im Juli hatte sich die Mutter des Vermissten, Rina Hever, mit dem Direktor des israelischen Außenministeriums, Jossi Gal, getroffen und diesen gebeten, durch einen Vermittler in Syrien anzufragen. Wie die Tageszeitung “Ha´aretz” am Mittwoch berichtet, hatte Gal nach dem Treffen ein Dokument mit Hintergrundinformationen erstellen lassen. Dieses soll ausländischen Diplomaten übergeben werden, die Syrien besuchen. Der syrischen Regierung in Damaskus soll der Fall als “humanitäre Angelegenheit” nahegebracht werden.

Vor zwei Wochen hatten sich Gal und der israelische Außenminister Avigdor Lieberman mit Russlands Vize-Außenminister Alexander Sultanow in Israel getroffen. Dabei baten die Israelis Russland um Hilfe bei der Beschaffung von Informationen über Hever.

Rina Hever war vor Kurzem auch mit Israels Premier Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Dieser hatte zugesichert, einen Verantwortlichen zu ernennen, der die Aktivitäten überwacht, die in dieser Angelegenheit unternommen werden.

Aus Regierungskreisen hieß es, die neuen Bemühungen um Informationen aus Syrien wurden angesichts des allgemeinen Gefühls gestartet, dass sich ein “diplomatisches Fenster der Möglichkeiten” geöffnet habe.

Hever wurde das letzte Mal am 17. August 1997 gesehen, als er seine Kaserne in den Golanhöhen nahe der syrischen Grenze verließ. Er hatte seine Uniform an und trug sein Gewehr bei sich. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.

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