JERUSALEM / BEIRUT (inn) – Eine Rakete der radikal-islamischen Hisbollah hat Montagnacht ein Krankenhaus in der israelischen Stadt Safed beschädigt. Neun Menschen wurden bei dem Angriff verwundet.
Das Geschoss traf die nördliche Außenwand des Gebäudes. Bei den Verletzten handelt es sich um fünf Patienten, zwei Ärzte und zwei andere Klinikangestellte. Nach Angaben des Personals wurde unter anderem die Klimaanlage zerstört. „Es war ein Wunder, dass der Einschlag keinen schlimmeren Schaden angerichtet hat“, sagte einer der Verwundeten.
Insgesamt feuerte die Hisbollah am Montag vom Libanon aus mehr als 50 Raketen auf Ziele in Israel ab. In der Küstenstadt Haifa stürzte ein zweistöckiges Haus nach einem Angriff ein. Elf Menschen erlitten Verletzungen. Das Verkehrsministerium schloss den Hafen der Stadt, wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ berichtet.
Weitere Raketen landeten in verschiedenen Orten in Galiläa, darunter erneut Tiberias am See Genezareth. Erstmals galten die Angriffe auch israelischen Zielen im Golan. Das Heimatfrontkommando forderte die Bürger in den betroffenen Gebieten auf, sich möglichst in Schutzräumen aufzuhalten. Sie könnten zur Arbeit gehen, wenn sich dort sichere Räume befänden.
Offensive wird fortgesetzt
Unterdessen setzte Israel seine Militäroffensive im Libanon fort. Sie soll dazu beitragen, dass die Hisbollah zwei entführte Soldaten freilässt und die Infrastruktur der Terrorgruppe zerstört wird. Am Dienstag kamen bei mehr als 50 Angriffen elf Zivilisten und elf libanesische Soldaten ums Leben. Laut libanesischen Berichten hatte die Luftwaffe Raketen auf eine Armeebasis abgefeuert. Die Soldaten seien getroffen worden, als sie auf dem Weg in einen Bunker waren. Außerdem wurden 35 Armeeangehörige verwundet.
Erneut griff die Luftwaffe Ziele im Süden der Hauptstadt Beirut an. Dort ist die Hisbollah besonders aktiv. In der südlibanesischen Ortschaft Aitarun starben sieben Mitglieder einer Familie, als eine Rakete ein Haus traf. Vier Libanesen erlitten Verletzungen. Bei weiteren Angriffen im Süden kamen vier weitere Menschen ums Leben.
Am Montag hatte Israel etwa 70 Raketen auf den Libanon abgefeuert. Es gab insgesamt 53 Tote. Auf einer Brücke nahe der Hafenstadt Sidon traf eine Rakete zwei Fahrzeuge. Neun Libanesen starben, darunter zwei Kinder. In der Hafenstadt Tyrus wurden neun Leichen aus den Trümmern eines Hauses geborgen, das am Vortag bei einem Angriff zerstört worden war. Sechs Soldaten wurden durch Raketenangriffe auf zwei Militärbasen getötet. Als die Luftwaffe auf Häuser von Hisbollah-Mitgliedern im Osten des Landes zielte, kamen elf Libanesen zu Tode. Vier weitere Menschen starben in Beirut durch israelische Raketen. Vom Beginn der Offensive am Mittwoch bis zum späten Montagabend sind 210 Libanesen ums Leben gekommen.
In der Nacht eröffneten Truppen das Feuer auf eine verdächtige Gruppe, die über die Nordgrenze nach Israel eindringen wollte. Dabei wurden offenbar mehrere Menschen verletzt.
Langstreckenraketen zerstört
Am Nachmittag griff die Luftwaffe zudem einen Lastwagen an, der Raketen transportierte. Dabei wurden nach israelischen Angaben mindestens zehn Langstreckenraketen zerstört. Es handele sich um den Typ „Zelzal“, der im Iran hergestellt wird und eine Reichweite von 200 Kilometern hat. Durch die Explosion wurde mindestens eine Rakete in die Luft geschleudert, wo sie explodierte. Dies war offenbar die Ursache für Medienberichte, laut denen über dem Libanon ein israelisches Flugzeug abgeschossen worden sei. Die Berichte wurden von der Armee dementiert.