Rajoub: Festnahme von Terroristen ist „politische Entscheidung“

BETHLEHEM (inn) – Ein führender Geheimdienstchef der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) hat mit Äußerungen über „politische Entscheidungen“ zur Festnahme von Terroristen den Druck auf PLO-Chef Yasser Arafat erhöht.

Der Leiter des PA-Abschirmdienstes Al-Amen al-Wikaui, Oberst Jibril Rajoub (Bethlehem), sagte der „Jerusalem Post“, die Autonomiebehörde lasse sich nicht von Israel vorschreiben, was sie zu tun habe. So sei die von Jerusalem geforderte Festnahme der Anführer der radikalen sozialistischen Gruppe PFLP, Ahmed Saad, eine „politische Entscheidung“ der Palästinenser.

Diese Entscheidung hat die von Arafat geführte Autonomiebehörde demzufolge (noch) nicht getroffen.

Israel verlangt seit Wochen die Festnahme des untergetauchten Saad, weil sie ihn für den Hintermann des Mordes an Tourismusminister Rehavam Ze´evi hält. Der rechtsgerichtete Politiker war im Oktober in einem Jerusalemer Hotel erschossen worden. Die PFLP hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Kurz nach dem Anschlag hatte Rajoub erklärt, alle Beteiligten würden festgenommen. Politische Beobachter werten die Aussagen des Geheimdienstchefs als Kritik an Arafat. Wenn Rajoub recht habe, fehle dem PLO-Chef offenbar der politische Wille zur Bekämpfung des Terrors.

Der als gemäßigt geltende Rajoub, der aus den Reihen von Arafats Fatah-Partei stammt, gilt als einer der einflußreichen Repräsentanten der PA. Er zählt nicht zu den sogenannten „Tunesiern der PLO“, die mit Arafat von 1982 bis 1994 im nordafrikanischen Exil lebten.

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