Rafah-Grenze: 36 ägyptische Sicherheitsleute verletzt

RAFAH (inn) - Nach Zusammenstößen mit Palästinensern in der Grenzstadt Rafah sind in zwei Tagen mindestens 36 ägyptische Sicherheitsleute verwundet worden. Das teilte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit am Samstag mit.

Derzeit würden 10 bis 12 Polizisten sowie 26 Grenzsoldaten im Krankenhaus behandelt, sagte Abul Gheit nach einem Treffen mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak und mehreren Ministern vor Journalisten. Einige der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Dies sei eine Folge von „Aktionen durch palästinensische Elemente“ an den vergangenen zwei Tagen. „Diese Provokationen erregen bei uns Besorgnis. Unsere palästinensischen Brüder sollten zur Kenntnis nehmen, dass die ägyptische Entscheidung, sie aufzunehmen und ihr Leiden zu erleichtern, nicht dazu führen sollte, dass das Leben unserer Söhne bei den Sicherheitstruppen gefährdet wird.“

„Grenze bleibt trotz Provokation offen“

Fürs Erste würden die Sicherheitskräfte Zurückhaltung üben und die Palästinenser weiter ihre Einkäufe im ägyptischen Teil von Rafah erledigen lassen, so Abul Gheit laut der „Jerusalem Post“. Die Entscheidung, die Bewohner des abgeriegelten Gazastreifens ins Land zu lassen, sei trotz der Provokationen weiter gültig. Die Ägypter hofften, durch Gespräche mit den betroffenen Parteien eine neue Regelung für den Grenzverkehr zu finden.

Auch am Samstag machten sich zahlreiche Palästinenser aus dem Gazastreifen auf den Weg nach Ägypten. Am Mittwochmorgen hatten Maskierte mehrere Breschen in die Absperrung an der Grenze gesprengt und dadurch den Weg für Hunderttausende auf die ägyptische Seite von Rafah geöffnet.

Mubarak appelliert an Israel

In einem Interview, das am Freitag veröffentlicht wurde, bezeichnete Präsident Mubarak die Lage in Gaza als „inakzeptabel“. Gegenüber der Wochenzeitung „Al-Osboa“ forderte er Israel auf, die „Belagerung aufzuheben“ und „das Problem zu lösen“. Die Israelis müssten wieder zur Normalität entsprechend den früheren Vereinbarungen zurückkehren. Zudem lud er die gegnerischen palästinensischen Fraktionen ein, Gespräche in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu führen. Einen Termin nannte er dafür nicht.

Ägypten und Israel hatten vor knapp zwei Jahren den Personen- und Güterverkehr in den und aus dem Gazastreifen eingeschränkt. Anlass war der Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas. Als die Gruppierung im vergangenen Juni gewaltsam die Macht in dem Gebiet übernahm, verstärkten die beiden Länder die Blockade.

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