Proteste gegen hohe Wohnungspreise

TEL AVIV (inn) - Hunderte junge Menschen haben am Wochenende auf Tel Avivs Rothschild-Boulevard ihre Zelte aufgeschlagen. Sie protestieren damit gegen hohe Wohnungspreise im Land. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu teilte zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag in Jerusalem mit, er sei sich der Problematik bewusst, seine Regierung arbeite an einer Lösung.

Die Protestaktion gegen die steigenden Miet- und Kaufpreise von Immobilien wird vom nationalen Studentenverband unterstützt. Dieser kündigte weitere Aktionen im ganzen Land an, berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz". Unter anderem wollen junge Israelis in den kommenden Tagen in Be´er Scheva, Netanja und Kirijat Schmona ein Protestcamp errichten.

Netanjahu sprach das Thema auf der Kabinettssitzung an und äußerte Verständnis für die Demonstranten. Er betonte, Israel sei ein kleines Land, die Nachfrage nach Wohnungen sowohl zum Kauf als auch zur Miete sei hoch. Allerdings gebe es nicht genügend Apartments, so Netanjahu. Schuld daran sei vor allem die Bürokratie. Derzeit dauere es mehr als fünf Jahre, um den Bau einer Wohnung in Israel zu planen. Gegen diese bürokratischen Hindernisse gehe die Regierung nun vor. Am Montag solle ein abschließender Vorschlag zu einer historischen Reform der israelischen Landadministration der Knesset vorgelegt werden, teilte Netanjahu weiter mit.

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