Prodi und Olmert: „Iran darf keine Atomwaffen haben“

JERUSALEM / SDEROT (inn) - Italien und Israel sind sich darüber einig, dass der Iran keine Atomwaffen entwickeln sollte. Das teilten der israelische Premier Ehud Olmert und sein italienischer Amtskollege Romano Prodi am Montag nach einem Gespräch in Jerusalem mit.

"Der Iran kann und sollte kein militärisches Atompotential haben", sagte Prodi vor Journalisten. Die iranische Weigerung, den Forderungen des UN-Sicherheitsrates nachzugeben, habe die Möglichkeit strengerer Sanktionen erhöht. Diese seien "ein Weg, den niemand einschlagen möchte". Der Iran sei seit den Tagen des Schahs ein wichtiger Handelspartner für Italien, aber seine Regierung werde sich jeglichen neuen Maßnahmen vollkommen anschließen.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz wiederholte Olmert den israelischen Standpunkt, laut dem ein Land, das mit der Zerstörung Israels drohe, keine Nuklearwaffen herstellen dürfe. Prodi traf auch den israelischen Oppositionsführer Benjamin Netanjahu, der verstärkte Sanktionen gegen den Iran forderte. Das berichtet die "Jerusalem Post".

Bemühung um Freilassung der Entführten

Ein weiteres Thema waren die in den Libanon entführten israelischen Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser. Italien "hat in der Angelegenheit Druck ausgeübt und um Informationen über ihren Aufenthaltsort gebeten, aber es hatte nie genaue Angaben, die ihre Freilassung hätten einleiten können", sagte Prodi. Die Regierung in Rom werde sich weiter um die Befreiung der Israelis bemühen. Zuvor hatte die italienische Zeitung "La Stampa" berichtet, Italiener seien kurz davor gewesen, die Freilassung erwirken zu können.

Olmert und Prodi sprachen zudem über Möglichkeiten, die neue palästinensische Notregierung zu stärken. Sie waren sich einig, dass trotz der Machtübernahme in Gaza durch die Hamas der Gazastreifen und das Westjordanland ein einziges palästinensisches Gebiet blieben. Der italienische Premier rief die Hamas auf, den verschleppten Soldaten Gilad Schalit ohne weitere Verzögerung freizulassen. "Er ist zu lange in Gefangenschaft." Schalit war am 25. Juni 2006 von bewaffneten Palästinensern entführt worden.

Besuch in Sderot

Nach dem Treffen mit Olmert besuchte Prodi in Begleitung von Außenministerin Zipi Livni die raketengeplagte Wüstenkleinstadt Sderot. "Es ist schwer, sich das tägliche Leiden der Bewohner hier vorzustellen", sagte der italienische Regierungschef. "Es ist eine unmögliche Lebensweise." Während seines Aufenthaltes schlug eine Kassam-Rakete nahe einer Ortschaft in der Gegend ein. Dabei kam niemand zu Schaden. Prodi besuchte eine Synagoge in Sderot, die durch eine palästinensische Rakete beschädigt worden war. Er kam mit Bürgermeister Eli Mojal zusammen.

Ein weiteres Gespräch gab es mit Verteidigungsminister Ehud Barak. Dieser dankte Prodi für die Rolle Italiens bei der UNIFIL-Friedenstruppe im Südlibanon. Das Land ist das stärkste Element in der Truppe der Vereinten Nationen.

Für den heutigen Dienstag ist unter anderem ein Treffen mit dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, geplant.

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