„Preisschild-Angriff“ auf Moschee

AKRABA (inn) – Unbekannte haben eine Moschee in der palästinensischen Stadt Akraba bei Nablus in der Nacht zum Dienstag in Brand gesetzt. Sicherheitsbehörden gehen von einem „Preisschild-Angriff“ jüdischer Extremisten aus.
Moscheen sind oft im Visier von „Preisschild-Angriffen“. Die israelische Regierung sucht nach Mitteln, dagegen vorzugehen. (Symbolbild)
Moscheen sind oft im Visier von „Preisschild-Angriffen“. Die israelische Regierung sucht nach Mitteln, dagegen vorzugehen. (Symbolbild)

An den Innenwänden der Moschee finden sich Graffiti mit den Botschaften „Preisschild“ und „Tapuah ist Kahane“. Mit Tapuah ist offenbar die jüdische Siedlung in der Nähe gemeint. Meir Kahane war ein radikaler Rabbi, der 1990 bei einem Attentat ums Leben kam. Kahane wollte die israelische Demokratie zugunsten einer Theokratie abschaffen. Dazu gründete er unter anderem die Terror-Organisation „Kach“, die in Israel verboten ist.
Der Bürgermeister von Akraba, Aiman Fusi, sagte, die Einwohner seien „geschockt und frustriert“. Das Feuer sei um 2 Uhr in der Nacht gelegt worden. Einwohner, die zur Moschee geeilt seien, hätten das Feuer gelöscht und so weiteren Schaden verhindert.
Laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ soll die Polizei-Einheit für nationalistische Verbrechen den Fall untersuchen. Akraba liegt in der sogenannten Zone B mit palästinensischer Zivilverwaltung und israelischer Sicherheitsaufsicht.
Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin verurteilte die „Preisschild-Angriffe“ als „Terrorismus“. „Heilige Stätten des Gottesdienstes anzuzünden ist Terrorismus und es muss wie Terrorismus bekämpft werden.“ Dabei sei unerheblich, aus welcher Motivation heraus die Angriffe erfolgten. „Wir können diese Vorfälle nicht weiterhin marginalisieren.“
Mit den „Preisschild-Angriffen“ auf Moscheen und arabisches Eigentum wie Autos protestieren jüdische Extremisten gegen die israelische Politik, die aus ihrer Sicht den Palästinensern zu sehr entgegenkommt. Die israelische Regierung erwägt derzeit Maßnahmen, um gegen die „Preisschild“-Bewegung vorzugehen. Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, ob diese juristisch als „Terrorismus“ anzusehen sind.

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