Präsident von Guatemala in Israel: Dankbarkeit für gegenseitige Hilfe

JERUSALEM (inn) – Otto Fernandez Perez Molina, der guatemaltekische Präsident, hat sich am Montag in Jerusalem mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres getroffen. Peres betonte den ewigen Dank, den Israel dem mittelamerikanischen Land schulde.
Der guatemaltekische Präsident Perez Molina und sein israelischer Amtskollege Peres (2. v. r.) trafen sich am Montag in Jerusalem.
Der guatemaltekische Präsident Perez Molina und sein israelischer Amtskollege Peres (2. v. r.) trafen sich am Montag in Jerusalem.

Perez Molina ist der erste guatemaltekische Präsident, der Israel einen offiziellen Staatsbesuch abstattet. Er hoffe auf ein erfolgbringendes Ergebnis der Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Peres betonte beim montäglichen Treffen, dass der mittelamerikanische Staat mit für die „Geburt des Staates Israels“ verantwortlich sei. Der jüdische Staat werde niemals vergessen, was er dem mittelamerikanischen Land zu verdanken habe und sei glücklich, auf jeder Ebene mit ihm zusammenzuarbeiten.

Guatemala erkannte Israel als erstes an

Beide Staatsmänner erwähnten in ihren Reden den Namen Jorge Garcia Granados. Garcia Granados war guatemaltekischer UN-Botschafter und Mitglied des UN-Sonderausschusses UNSCOP (United Nations Special Committee on Palestine) im Jahr 1947, der sich mit Palästina befasste. Garcia Granados gab damals als erster seine Stimme für die Gründung des Staates Israel ab. Guatemala war zudem das erste Land, das Israel als Staat anerkannte.
Perez Molina kam am Sonntag mit seiner 21-köpfigen Delegation in Israel an. Dabei waren der Minister des Äußeren, Luis Fernando Carrera Castro, Verteidigungsminister Manuel Lopez Ambrocio, Landwirtschaftsminister Elmer Lopez Rodriguez sowie der Präsident der Jüdischen Gemeinde Guatemala, George Tanenbaum.

Israelisches landwirtschaftliches Know-how beseitigt Armut

Guatemala sei dankbar, dass Israel sein landwirtschaftliches Wissen mit 5.000 guatemaltekischen Studenten geteilt hat, während diese im Land studierten. Das nach Lateinamerika gebrachte Wissen habe in einigen Gebieten geholfen, Probleme der Armut zu überwinden, sagte Perez Molina laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Der Lateinamerikaner traf sich neben Peres zudem mit Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser betonte den beiderseitigen Wunsch nach einem friedlichen und stabilen Nahen Osten. Die größte Bedrohung sei das Streben des Iran nach Atomwaffen. Die nächsten Verhandlungen mit dem Iran sollten sich nicht nur gegen iranische Atomwaffen stellen, sondern auch Nein sagen zu einem „Völkermord gegen Israel, zur Unterstützung von Terroristen und zur Untergrabung der Regime im Nahen Osten“. Der Iran versuche überall seinen Einfluss spielen zu lassen, betonte Netanjahu, auch in Lateinamerika. „Wir alle haben das starke Interesse, dass sie nicht die Macht haben, ihre Aggressionen und ihren Radikalismus überallzu verbreiten.“

Guatemala erkennt „Staat Palästina“ an

Die Republik Guatemala hatte im April dieses Jahres die palästinensischen Autonomiegebiete als unabhängigen Staat anerkannt (Israelnetz berichtet). Die Anerkennung sollte neue Bewegung in den israelisch-palästinensischen Friedensprozess bringen. Das mittelamerikanische Land hatte sich entschieden, den „Staat Palästina als einen freien, eigenständigen und unabhängigen Staat anzuerkennen“. Dieser Vorstoß ändere nichts an der langjährigen Freundschaft und Kooperation mit Israel, hieß es in der Erklärung. Die Beziehungen zu Israel hätten für die Regierung Guatemalas weiterhin einen hohen Stellenwert.

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