Politischer Kick: Knesset gegen Bundestag

JERUSALEM / BERLIN (inn) – Das israelische Parlament tritt im April gegen den Bundestag in einem Fußball-Freundschaftsspiel an. Damit entpuppt sich der israelische Wahlkampf auch als Gerangel um die Startelf.
Einmal politisches Zentrum: Politiker des Bundestages und der Knesset streiten sich demächst um einen Fußball.
Einmal politisches Zentrum: Politiker des Bundestages und der Knesset streiten sich demächst um einen Fußball.

Den Anstoß für das Spiel gaben der stellvertretende israelische Außenminister Zachi Hanegbi und der deutsche CDU-Abgeordnete Thomas Feist aus Leipzig. Der Rahmen für das Spiel sollen die Feierlichkeiten zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen vor 50 Jahren sein. Die Idee dazu kam auf, bevor in Israel Neuwahlen angekündigt waren. Die israelische Botschaft in Berlin versicherte aber, dass das Spiel wie geplant im April ausgetragen wird.
Die Knesset hat eine feste Fußballmannschaft, die jährlich gegen Medienvertreter antritt. Die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“ weist dezent darauf hin, dass die Politiker „immer“ verlieren. Gleichzeitig scheint sich die Knesset-Mannschaft durch ihre große Erfahrung auszuzeichnen: Hanegbi hütet das Tor seit 27 Jahren, seit er 1988 zum ersten Mal zum Abgeordneten gewählt wurde.
Der Platzhirsch rechnet fest damit, dass er seine Karriere im Tor auch nach den Wahlen fortsetzen kann. In der Likud-Wahlliste rangiert er auf Platz 12, derzeit hat der Likud 18 Knesset-Abgeordnete. Wenn die Partei an das Ergebnis der Wahl 2013 anknüpfen kann, ist auch Hanegbis Platz gesichert.
Der 57-Jährige hofft, dass einige Abgeordnete, die sich in der Vergangenheit als Stütze der Mannschaft erwiesen haben, ebenfalls im Parlament bleiben. „Hamad Amar von Israel Beiteinu ist ein hervorragender Verteidiger, Schimon Solomon von Jesch Atid ist ein wunderbarer Spieler, und Eli Ben Dahan hat einen unglaublich starken Schuss. Das Problem mit dem Knesset-Team ist, dass dessen Mitglieder beim Aufwärmen zusammenbrechen …“
„Yediot Aharonot“ prognostiziert, dass es für die israelischen Spieler „in jedem Fall keine leichte Aufgabe“ wird. „Das Bundestags-Team gilt als eine der besten Parlaments-Mannschaften der Welt.“ Hanegbi wagt einen Tipp: 1:0 für die Deutschen.

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