Ursprünglich sollte die Strecke bereits 2008 in Betrieb genommen werden

Ursprünglich sollte die Strecke bereits 2008 in Betrieb genommen werden

Neue Bahnstrecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv getestet

Nach jahrelangen Verzögerungen ist das israelische Verkehrsministerium zuversichtlich: Eine Testfahrt auf der neuen Schnellzugstrecke von Jerusalem nach Tel Aviv verlief erfolgreich.

JERUSALEM / TEL AVIV (inn) – Ein beladener Güterzug hat am Sonntag eine Testfahrt auf der neuen Schnellstrecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv unternommen. Er wog ungefähr 1.200 Tonnen. Einerseits sollte er die Belastbarkeit der Brücken und Gleise testen. Doch das Experiment hatte noch ein anderes Ziel: Der Zug soll Beton und Schienen auf der Strecke stabilisieren. Deshalb soll er in den kommenden Wochen regelmäßig zwischen den beiden Städten hin- und herfahren, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf den Fernsehsender „Kanal 2“ berichtet.

Verkehrsminister Israel Katz freute sich über die gelungene Testfahrt: „Dies ist ein Schnellzug, der 28 Minuten von Tel Aviv nach Jerusalem brauchen wird“, sagte er. Bislang benötigt ein Zug von Jerusalem nach Tel Aviv etwa 78 Minuten, auf einer Strecke, die in der Zeit des Osmanischen Reiches gebaut wurde. Die neue Bahnlinie werde die Verbindung zwischen Jerusalem und dem Rest des Staates Israel völlig verändern, ergänzte Katz.

Bedenken von Umweltschützern

Das Bauprojekt ist seit 2001 in Arbeit. Ursprünglich sollte es 2008 fertiggestellt werden. Doch es kam zu Verzögerungen, unter anderem durch Umweltschützer, die Bedenken wegen der Trasse äußerten. So forderten sie einen Tunnel unter dem Fluss Jiftah statt der geplanten Brücke. Doch die Planungskommission des Verkehrsministeriums wies dies zurück, weil die Arbeiten dadurch um zwei Jahre verlängert worden wären.

Zudem kreuzt die Bahnlinie zweimal die „Grüne Linie“: bei Latrun und bei Mevasseret Zion, einem Vorort von Jerusalem. Dies lade linksgerichtete israelische Gruppen und pro-palästinensische Initiativen zu Kritik ein, schreibt die „Times of Israel“. Eine deutsche Firma habe nach Druck von Aktivisten ihre Beratungstätigkeit für das Projekt eingestellt. Der Name der Firma wurde in dem Artikel nicht genannt.

Nun ist die offizielle Eröffnung der Schnellstrecke für April 2018 geplant. Der Express soll dann alle 15 Minuten in beide Richtungen abfahren und jeweils etwa 1.000 Passagiere transportieren können. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 Kilometer pro Stunde. Der längste Tunnel der Strecke ist 11,6 Kilometer lang – es ist gleichzeitig der längste Tunnel in Israel. Eine deutsche Maschine mit 24 Motoren hat die Tunnel gegraben. Dem Bericht zufolge war sie bei dem harten Jerusalemstein sehr effizient: Die Arbeiten seien pro Tag um 16 bis 20 Meter vorangekommen.

Unterirdischer Bahnhof bietet Schutz

Bei Mevasseret Zion befinden sich die Gleise 200 Meter unter dem Erdboden. Der Jerusalemer Bahnhof der Schnellstrecke kann gleichzeitig als öffentlicher Bombenschutzraum dienen: Er befindet sich 80 Meter unterhalb der Erdoberfläche, in der Nähe der Zentralen Bushaltestelle. Für das Bauprojekt haben die Planer umgerechnet rund 1,64 Milliarden Euro veranschlagt.

Von: eh

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