Chinesisches Auto, israelische Technologie: Das „Robotaxi“, hier in Tel Aviv-Jaffa, soll schon bald kommerziell in München eingesetzt werden

Chinesisches Auto, israelische Technologie: Das „Robotaxi“, hier in Tel Aviv-Jaffa, soll schon bald kommerziell in München eingesetzt werden

Mobileye künftig auf Münchens Straßen unterwegs

Autonomes Fahren dank israelischer Technologie: In München soll das bald Realität werden. Bei der IAA präsentieren Intel, Mobileye und Sixt ihr neues „Robotaxi“.

MÜNCHEN (inn) – Intel und sein israelisches Unternehmen Mobileye haben am Dienstag auf der Mobilitätsmesse IAA Mobility in München erstmals ein neues autonom fahrendes „Robotaxi“ vorgestellt. „Die Zukunft ist hier“, sagte der aus Deutschland stammende und früher für Daimler und Volkswagen aktive Mobileye-Manager Johann Jungwirth, nachdem er das Fahrzeug und dessen „Gehirn“ im Kofferraum präsentiert hatte: einen Computer, der nur wenig Platz wegnimmt.

Das orangefarbene Elektroauto soll bereits ab 2022 in München und Tel Aviv zum Einsatz kommen. In der bayerischen Landeshauptstadt kooperiert Mobileye dafür mit dem internationalen Mobildienstleister Sixt. Laut „Manager Magazin“ gehen hier 25 Fahrzeuge an den Start. Kunden können dann über verschiedene Apps eine Fahrt buchen. „Anfangs werden Sicherheitsfahrer an Bord sein, doch im Laufe des Jahres 2022 werden wir sie rausnehmen", wird Jungwirth von „Focus Online“ zitiert. Einige Genehmigungen müssen noch eingeholt werden.

Mobileye-Chef: Deutsche Vorreiterrolle

Mobileye, das bereits im vergangenen Jahr autonomes Fahren in München getestet hat, profitiert in Deutschland von einer neuen bundesgesetzlichen Regelung, die im Juli in Kraft getreten ist. Mit dieser hat die Politik auch Fahrzeugen der sogenannten Stufe 4, also autonomen Wagen ohne Sicherheitsfahrer, den Betrieb ermöglicht. Von Intel gab es dazu am Dienstag viel Lob. Mobileye-Chef Amnon Schaschua erklärte zudem, mit Partnern wie Sixt könne sein Unternehmen selbstfahrende Fahrzeuge „auf der ganzen Welt“ Realität werden lassen: „Wir freuen uns deshalb sehr, dass Deutschland hier eine Vorreiterrolle einnimmt.“

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Das Auto selbst ist ein Modell des chinesischen Herstellers NIO, ausgerüstet mit der Technologie zum autonomen Fahren aus Israel. Laut Mobileye basiert das System des Unternehmens auf drei Säulen. Die erste Säule bilden demnach Kameras und Lidar- sowie Radar-Sensoren, die rund um das Auto angebracht sind, die Umgebung wahrnehmen und dabei unabhängig voneinander operieren – „wahre Redundanz“ nennt Mobileye das und meint damit, dass durch zwei seperate Systeme die Sicherheit gesteigert wird. Die zweite Säule ist ein Kartensystem, die dritte Säule ein Sicherheitssystem. Laut Intel ist das Robotaxi das erste selbstfahrende Fahrzeug, das alle Funktionen der drei Mobileye-Säulen einsetzt.

Mobileye wurde 1999 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Jerusalem. 2017 einigte sich das Unternehmen mit Intel auf eine Übernahme für rund 15 Milliarden US-Dollar. Es entwickelt Fahrerassistenz- und Selbstfahrtechnologien. Laut eigener Auskunft werden diese von mehr als 25 Autoherstellern weltweit genutzt. Mehr als 300 Automodelle und mehr als 60 Millionen Fahrzeuge sind demnach bereits mit Mobileye-Technologie ausgestattet.

Von: ser