Die App „HaTachana" vom Verkehrsministerium berechnet alle Fahrten am Monatsende

Die App „HaTachana" vom Verkehrsministerium berechnet alle Fahrten am Monatsende

Neues Bezahlsystem im öffentlichen Personenverkehr

Ab sofort können Israelis einmalig zum Monatsende ihre Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln bezahlen. Vier verschiedene Apps machen das möglich, Bahnfahrer müssen sich allerdings noch bis Anfang Februar gedulden.

JERUSALEM (inn) – Seit Dienstag haben Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel in Israel die Möglichkeit, ihre Fahrten mit vier verschiedenen Apps zu bezahlen: Moovit, HopOn Rav Pass, Anyway und HaTachana (Die Station). Dies berichteten israelische Medien am Dienstagabend.

Während die ersten drei Apps privaten Firmen gehören, wird letztere vom Verkehrsministerium betrieben. Die Regelung gilt vorläufig nur für Busse. Die Jerusalemer Straßenbahn, die U-Bahn von Haifa sowie das nationale Bahnnetz sollen Anfang Februar folgen. Die App-Betreiber halten langfristig auch die Ausweitung auf kleinere Busunternehmen für möglich.

Der Vorteil der Buchung über die pfiffigen Apps liegt darin, dass die Zahlungen von Pauschalbeträgen zum Wochen- oder Monatsanfang wegfallen und stattdessen am Monatsende nur die tatsächlichen Fahrten abgerechnet werden. Dafür müssen sich die Fahrer einmalig registrieren und dann beim Besteigen des Verkehrsmittels einen QR-Code scannen sowie die Zielstation angeben.

„Die Einführung der mobilen Tickets ist ein wichtiger Meilenstein für den öffentlichen Verkehr in Israel“, zeigten sich die App-Betreiber erfreut. „Aus Erfahrung wissen wir, dass eine erleichterte Zahlweise zu einer höheren Kundenzufriedenheit und damit zu einer häufigeren Nutzung führt.“

Die smarte Karte gilt weiterhin

Bisher mussten Nutzer des öffentlichen Personenverkehrs eine Rav-Kav erwerben, die vor Fahrtbeginn aufgeladen wurde. Sie mussten sich entscheiden, ob sie einen Pauschalbetrag einzahlten oder einen Tages-, Wochen-, oder Monatstarif nutzen wollten. Die grüne Karte hatte das Verkehrsministerium 2007 eingeführt.

Bargeld wird in israelischen Bussen schon lange nicht mehr akzeptiert. Stattdessen zahlen die Kunden mit der grünen Rav-Kav.

Bargeld wird in israelischen Bussen schon lange nicht mehr akzeptiert. Stattdessen zahlen die Kunden mit der grünen Rav-Kav.

Vor allem seit die smarte Karte auch anonymisiert genutzt werden konnte und so der aufwendige Prozess der Anfertigung einer personalisierten Karte wegfiel, erfreute sich die Rav-Kav in den vergangenen Jahren bei Israelis und Touristen gleichermaßen großer Beliebtheit. Touristen, die zuhause noch eine Rav-Kav haben, müssen indes keine Angst haben, dass der bezahlte Betrag ungültig ist: die grüne Karte lässt sich auch weiterhin nutzen. Die Preise der Busfahrscheine richten sich bisher nach der Entfernung der zurückgelegten Strecken: Dabei kostet eine Fahrt von bis zu 15 Kilometern beim aktuellen Umrechnungswert knapp 1 Euro, 2,50 Euro bei bis zu 25 Kilometern, knapp 4 Euro bis 55 Kilometern, knapp 9 Euro für bis zu 250 Kilometer und alles was darüber hinausgeht, 14 Euro.

Je nach Gebrauch ist es gegebenenfalls möglich, dass die Pauschalbeträge der Rav-Kav günstiger ausfallen als die Kosten der über die Apps gebuchten Fahrten. Rechnen lohnt sich also weiterhin - ob im Kopf oder mit einer App auf dem Smartphone, bleibt dem Kunden selbst überlassen.

Von: mh