Junge Ultra-Orthodoxe sind „unternehmungslustiger“ als ihre nicht-ultra-orthodoxen Altersgenossen, besagen Daten des Wirtschaftsministeriums

Junge Ultra-Orthodoxe sind „unternehmungslustiger“ als ihre nicht-ultra-orthodoxen Altersgenossen, besagen Daten des Wirtschaftsministeriums

Immer mehr Ultra-Orthodoxe machen sich selbstständig

Die Gemeinschaft der Haredim überrascht mit einem hohen Maß an Unternehmertum. Trotzdem hat der jüdische Staat bei ihrer wirtschaftlichen Integration noch viel zu tun.

JERUSALEM (inn) – Immer mehr ultra-orthodoxe junge Männer gründen Unternehmen. Das geht aus einer Studie des Amts für kleine und mittlere Unternehmen des israelischen Wirtschaftsministeriums hervor, auf die sich die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ beruft.

Demnach betreiben 8 Prozent der unter 35-jährigen Männer ein eigenes Geschäft. Das sind doppelt so viele wie bei den nicht-ultra-orthodoxen Altersgenossen. Bei den 35- bis 54-Jährigen sind es in beiden Gruppen circa 10 Prozent. Bei den über 54-Jährigen fallen die Haredim mit 10 Prozent gegenüber 12 Prozent hinter die Nicht-Haredim zurück.

Die Macher der Studie sehen das höhere Maß an Selbstständigkeit unter anderem darin begründet, dass dies jungen Haredim mehr Flexibilität bietet. So können die Männer nebenbei in ihren religiösen Schulen, den Jeschivas, die Tora studieren. Außerdem leisten sie zumeist keinen Wehrdienst und können eher Geschäfte gründen.

Der Direktor des Amts für kleine und mittlere Unternehmen, Ran Kawiti, fasst zusammen: Für junge Ultra-Orthodoxe sei die Selbstständigkeit „natürlicher als die Arbeit als Angestellter, da sie Lücken in der akademischen Bildung überbrückt, oftmals Arbeit von zu Hause möglich macht und höhere Einkommen eröffnet“.

Ein Zukunftsthema

Der jüdische Staat ist an höherer Beschäftigung unter Ultra-Orthodoxen interessiert. Sollte sie stagnieren, könnte dies Israel in den nächsten Jahrzehnten umgerechnet über 100 Milliarden Euro kosten, warnt das Finanzministerium. Insgesamt ist die Beschäftigungsrate bei ihnen mit 50 Prozent deutlich niedriger als bei nicht-ultra-orthodoxen Männern (87 Prozent). Die Regierung bietet daher Förderprogramme für die Ultra-Religiösen, speziell im Bereich Hightech, wo sie stark unterrepräsentiert sind. Haredim machen etwa 11 Prozent der israelischen Bevölkerung aus, bis 2065 rechnen Prognosen mit 32 Prozent.

Von: tk

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