Verkehrsminister Katz und Premier Netanjahu sind am Donnerstag im neuen Schnellzug von Jerusalem zum Ben-Gurion-Flughafen unterwegs

Verkehrsminister Katz und Premier Netanjahu sind am Donnerstag im neuen Schnellzug von Jerusalem zum Ben-Gurion-Flughafen unterwegs

Zugrevolution zwischen Jerusalem und Tel Aviv

Der israelische Premier Netanjahu hat am Donnerstag eine „neue Ära“ des Zugreisens zwischen Jerusalem und Tel Aviv eingeleitet. Der neue Schnellzug soll zukünftig unter 30 Minuten für die Strecke brauchen. Die Fahrten in den ersten drei Monaten sind kostenlos.

JERUSALEM (inn) – „Das ist ein historischer Moment – und ich wähle diesen Ausdruck sorgfältig. Ich habe immer daran geglaubt, dass es möglich ist, Jerusalem an das nationale Schienennetzwerk anzuschließen, ohne die alte türkische Strecke zu verwenden, die ich noch als Junge und Jugendlicher benutzte.“ Das hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Donnerstag gesagt. Zuerst besichtigte er mit dem Verkehrsminister Israel Katz den Jitzhak Navon Bahnhof in Jerusalem und nahm dann an der Jungfernfahrt der neu eingeweihten Strecke zum Ben-Gurion-Flughafen teil.

Netanjahu sprach laut dem Büro des Premierministers von einer „neuen Ära“ für Jerusalem und Israel, die dank der Arbeit der Regierung und des Verkehrsministeriums umgesetzt werden konnte. „Als ich ein Junge war, sangen wir gerne das Lied ‚Der Zug flog durch durch die Berge', und heute habe ich das besondere Vergnügen, in einem Zug zu sitzen, der durch die Berge fliegt und Tel Aviv in einer Rekordzeit von rund 30 Minuten erreichen wird“, sagte Netanjahu.

Erste drei Monate kostenlos

Der reguläre Schienenbetrieb des Schnellzuges beginnt am 25. September. Jede halbe Stunde soll dann in beide Richtungen ein Zug fahren. Da die Fahrt in den ersten drei Monaten kostenlos ist, müssen sich die Passagiere vorab Online-Tickets besorgen. Dafür werden personalisierte Rav-Kav-Karten verwendet, die auch bei Straßenbahn- und Busfahrten in Israel im Einsatz sind. Der Jitzhak Navon Bahnhof in Jerusalem befindet sich ganz in der Nähe des zentralen Busbahnhofs.

Die Umsetzung der König-David-Strecke mit dem modernen Elektrozug hat ein Jahrzehnt gedauert. Noch nicht abgeschlossen ist die Elektrisierung des Teilabschnitts vom Ben-Gurion-Flughafen in die Stadt Tel Aviv. Wenn auch dieser Abschnitt im kommenden Jahr fertig ist, soll eine Fahrt von Jerusalem nach Tel Aviv kürzer als eine halbe Stunde dauern. Zuerst wird der Zug aus Sicherheitsgründen mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs sein. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 Kilometer per Stunde.

Konzipiert wurde das Projekt Mitte der 1990er-Jahre. Ursprünglich war die Eröffnung für das Jahr 2008 geplant. Durch wiederholte Verschiebungen begann die Arbeit aber erst 2009. Im normalen Schienenverkehr soll die Reise vom Jerusalemer Bahnhof, der sich 80 Meter unter der Erde befindet und somit zu den fünf am tiefsten gelegenen Bahnhöfen der Welt gehört, bis zum Ben-Gurion-Flughafen 21 Minuten dauern. Auf der alten Strecke ohne Elektrozug dauert eine Fahrt von Jerusalem nach Tel Aviv noch anderthalb Stunden.

Arabischer Protest

Deutsche Medien weisen auf einen Protest der Arabischen Studiengesellschaft hin. An zwei Stellen soll die Strecke demnach durch das Westjordanland führen. Der Leiter der Kartenabteilung der Studiengesellschaft, Chalil Tufakdschi, sagte: „Die umstrittenen Abschnitte im Westjordanland verlaufen hinter der von Israel errichteten Sperrmauer auf israelischer Seite.“

Von: mm

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