Schauspielerin Renana Ros ermutigt Israelis im neuen Werbeclip zum Wassersparen

Schauspielerin Renana Ros ermutigt Israelis im neuen Werbeclip zum Wassersparen

Israelis sollen wieder Wasser sparen

Der Norden Israels erlebt die schwerste Dürre seit rund 100 Jahren. Selbst moderne Entsalzungsanlagen decken nicht den Wasserbedarf des Landes. Deshalb legt die israelische Wasserbehörde mit „Israel trocknet wieder aus“ eine erfolgreiche Werbekampagne neu auf. Das Ziel: Israelis zum Wassersparen zu animieren.

JERUSALEM (inn) – Im Laufe der vergangenen Wochen hat die israelische Wasserbehörde ihre Medienkampagne „Israel trocknet wieder aus“ vorgestellt. Die Kampagne ist eine Neuauflage ähnlicher Initiativen aus den 1990er- und 2000er-Jahren. Im neuesten Spot fordert die Schauspielerin Renana Ras ihre Landsleute auf, trotz moderner Entsalzungsanlagen Wasser zu sparen.

Der Hintergrund: Die heftigste Trockenperiode in rund 100 Jahren sucht Nordisrael heim. „Im Norden ist die Wassersituation die schlechteste seit Beginn der Messungen“, sagte der Sprecher der Wasserbehörde, Uri Schor, der Online-Zeitung „Times of Israel“. Die aktuelle Dürre dauert mittlerweile fünf Jahre an.

Dadurch kommen selbst Israels hochmoderne Entsalzungsanlagen an ihre Grenzen. Die Werke entsalzen Meerwasser und decken mittlerweile 70 Prozent des israelischen Trinkwasserbedarfs. Die öffentliche Meinung in Israel lautete lange: Das reicht.

Dass das Entsalzungsverfahren – zumindest noch – kein Allheilmittel ist, darauf will die neue Kampagne jetzt aufmerksam machen. „Ich bin zurück, wegen der Dürre“, sagt Ras in dem Werbespot – die Schauspielerin war bereits an vergangenen Werbeinitiativen beteiligt gewesen. Wegen des großen Erfolgs des Entsalzungsverfahrens wurde die letzte davon 2013 eingestellt. Jetzt tritt Ras wieder vor die Kamera: „Entsalzung ist nicht genug. Nach fünf Jahren Dürre haben wir alles abgepumpt, was wir können“, erklärt die Schauspielerin in dem Clip.

Mittlerweile beträgt Israels Wasserdefizit rund 2,5 Milliarden Kubikliter – das entspricht etwa dem Fassungsvermögen von einer Million olympischer Schwimmbecken. Der Mangel macht sich in israelischen Flüssen und Seen sowie im Grundwasser bemerkbar. So liegt der Wasserspiegel des Sees Genezareth derzeit bei 213,49 Metern – und damit einen halben Meter unter dem gefährlichen Maß.

Erfolgreiche Kampagnen

Die israelische Wasserbehörde will der Knappheit mit einer Doppelstrategie entgegenwirken: Zwei neue Entsalzungsanlagen sollen im westlichen Galiläa entstehen – und die neue Kampagne soll Israelis zum Wassersparen animieren.

Der Erfolg vergangener Kampagnen stimmt dabei optimistisch: 2009 etwa verringerte sich der Wasserverbrauch israelischer Haushalte um 18 Prozent, nachdem Prominente wie das Model Bar Refaeli oder die Sängerin Ninet Tajeb im Fernsehen zum Sparen aufgerufen hatten.

Dann jedoch folgte die „Entsalzungs-Euphorie“, wie es Professor Alon Tal von der Universität Tel Aviv gegenüber „Times of Israel“ ausdrückt. „Seit es die Entsalzung gibt, hat sich der persönliche Verbrauch erhöht. Die Leute sind selbstzufrieden geworden. Jahrelang haben wir Loblieder auf Entsalzung gesungen, aber einem Fisch in einem Fluss nützt das nicht viel.“

Für die neue Knappheit seien Bevölkerungswachstum und Klimawandel verantwortlich: Israels Bevölkerung wächst alle zehn Jahre um etwa 1,5 Millionen Menschen. Gleichzeitig verkürzt der Klimawandel die Regenzeit.

Mit dem steigenden Bedarf und dem abnehmenden Regen kann das teure Entsalzungsverfahren allein nicht schritthalten. Umgerechnet rund 71 Millionen Euro kostet eine Anlage pro Jahr an Unterhalt – Baukosten nicht eingerechnet. Doch den häuslichen Wasserverbrauch um sieben Prozent zu senken, hätte schon etwa den gleichen Effekt wie eine halbe Entsalzungsanlage. Darum fordert die Kampagne Israelis auf, kleine Schritte zu unternehmen, etwa zwei Minuten kürzer zu duschen oder leckende Toiletten gleich zu reparieren.

Auch die Lokalpolitik ist von der Wasserknappheit betroffen. In diesem Jahr finden Wahlen auf kommunaler Ebene statt. „In einem Wahljahr will jeder Bäume pflanzen“, sagt Schor. Doch auch das kostet Wasser – deshalb hat die Wasserbehörde auch die Kommunen gebeten, mit dem Gärtnern bis zum nächsten Jahr zu warten.

Von: rmj

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