Auch einzelne Feuer können sich als gefährlich erweisen

Auch einzelne Feuer können sich als gefährlich erweisen

Waldbrände bei Jerusalem halten an

Am Montag scheint die Lage schon unter Kontrolle. Doch Winde und Trockenheit sorgen dafür, dass ein Brandherd weitere Feuer erzeugt. Ob am Dienstag Entspannung eintritt, ist unklar.

JERUSALEM (inn) – Die Waldbrände westlich von Jerusalem sind am Montagabend wider Erwarten nicht unter Kontrolle gekommen. Winde fachten die Flammen im Zusammenspiel mit der Trockenheit weiter an. Am Dienstag erklärte der israelische Feuerwehrchef Dedi Simchi zwar, inzwischen sei die Lage unter Kontrolle. Doch zugleich warnte er vor weiteren Winden im Verlauf des Tages.

Nach Aussage von Omri Bone vom Jüdischen Nationalfonds war am Montag nur ein kleinerer Brandherd aktiv. Doch die Feuerwehrkräfte erreichten ihn zu spät. Er konnte sich daher ausbreiten und erzeugte weitere Feuer. Zwischenzeitlich waren die Einsatzkräfte darauf vorbereitet, das Hadassah-Krankenhaus im Jerusalemer Stadtteil Ein Kerem zu evakuieren, das größte Krankenhaus im Land. Doch die Flammen erreichten es nicht, so dass der Schritt nicht nötig wurde.

Löschfahrzeuge vom Ben-Gurion-Flughafen

In der Nacht zum Dienstag waren laut der Zeitung „Jerusalem Post“ hunderte Feuerwehrkräfte im Einsatz. Am Dienstagmorgen kamen acht Löschflugzeuge hinzu.Auch die palästinensische Feuerwehr half mit Feuerwehrmännern und Löschfahrzeugen bei der Brandbekämpfung. Hinzu kamen Feuerwehrautos des Ben-Gurion-Flughafens. Diese können 12.000 Liter Wasser aufnehmen und haben eine hohe Reichweite. Normale Löschfahrzeuge haben einen Tank mit einem Volumen von weniger als 3.000 Liter.

Angesichts der Lage am Dienstag konnte Israel die Hilfsanfragen an andere Länder zurücknehmen. Das Außenministerium hatte diese an Frankreich, Italien, Griechenland, Zypern und weitere Länder gerichtet, „auch in der Region“. Der Leiter des Außenministeriums, Alon Uschpitz, erklärte dazu: „Buschfeuer sind eine wachsende regionale Bedrohung, eine, die wir gemeinsam bekämpfen und gemeinsam besiegen werden.“

Kritik am Einsatz

Indessen werfen Bewohner den Behörden vor, zu spät reagiert zu haben. So hätten sich erste Flammen am Sonntagnachmittag um halb drei Uhr Ortszeit bei der Ortschaft Ramat Rasiel gezeigt. Doch erst drei Stunden später sei die Feuerwehr gekommen. Nicht genannte Feuerwehrmänner kritisierten auch die Einsatzleitung: Diese habe angesichts der Winde die Lage falsch eingeschätzt.

Der Schaden, den die Brände anrichten, ist derzeit noch nicht genau zu bemessen. Die Feuerwehr spricht von 20 Quadratkilometern, die den Flammen zum Opfer gefallen seien. Experten gehen schon jetzt davon aus, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis sich die betroffenen Waldgebiete erholen.

Von: df