Zerstörung nach einem Raketentreffer bei Lod, der zwei arabische Israelis tötete

Zerstörung nach einem Raketentreffer bei Lod, der zwei arabische Israelis tötete

Mehrere Todesopfer in Israel

Die Hamas feuert Rakete um Rakete auf Israel. Dort werden mehrere Menschen getötet, auch aus der arabischen Gemeinschaft. Tausende erleiden Verletzungen, Millionen suchen Schutz in Bunkern. Die Armee nimmt Terrorziele ins Visier.

JERUSALEM (inn) – Israel ist auch in der vergangenen Nacht unter massiven Raketenbeschuss geraten. Terroristen aus dem Gazastreifen nahmen vor allem den Großraum Tel Aviv ins Visier. Millionen Menschen suchten Schutz in Bunkern. Von Montagabend bis Mittwochmorgen haben die Terroristen mehr als 1.000 Raketen abgefeuert. Am Mittwoch ging der Beschuss weiter.

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Bislang wurden dabei sechs Menschen in Israel getötet. Am Mittwochvormittag starb der 21-jährige Soldat Omer Tabib im Gebiet um den nördlichen Gazastreifen durch das Feuer einer Panzerabwehr-Rakete auf einen Armeejeep. In der Nacht zum Mittwoch kamen bei der zentralisraelischen Stadt Lod der israelische Araber Halil Awad (52) und seine Tochter Nadine (16) ums Leben. In Rischon LeZion wurde die 63-jährige Leah Jom Tov durch einen Raketeneinschlag getötet.

Bereits am Dienstag kam in der Küstenstadt Aschkelon die 32-jährige Altenpflegerin und Mutter eines neunjährigen Sohnes, Soumya Santosh, ums Leben. Laut Medienberichten war der nächste Schutzbunker eine Minute entfernt. Die indischstämmige Frau schaffte es nicht rechtzeitig bis dahin. In Aschkelon kam eine weitere Frau ums Leben, über ihre Identität ist noch nichts bekannt.

Zahlreiche weitere Israelis erlitten Verletzungen oder Panikattacken. So bekam eine 80-Jährige in Tel Aviv einen Herzinfarkt, während sie unter Raketenalarm in einen Schutzbunker lief. Mehrere Wohnhäuser wurden stark beschädigt, darunter eines in Jehud nördlich des Ben-Gurion-Flughafens; dort wurde der Flugbetrieb am Dienstagabend für kurze Zeit eingestellt. In Lod traf eine Rakete einen leeren Bus, der völlig ausbrannte.

Zerstörerischer Terror: Eine Rakete hat ein Wohnhaus in Jehud bei Tel Aviv zerstört

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Beschuss von Terrorzielen

Die Armee reagierte auf den Beschuss mit Angriffen auf Terrorziele im Gazastreifen. Unter anderem zerstörte sie ein 13-stöckiges Haus, in dem sich laut Medienberichten Büros der Terror-Organisation Hamas befanden. Zuvor warnte die Armee die Einwohner vor dem bevorstehenden Angriff.

Bei den Angriffen wurden auch mehrere führende Militärs der Terrorgruppen im Gazastreifen getötet. Darunter befinden sich der Leiter der Raketen-Sondereinheit des Islamischen Dschihads, Samah Abed al-Mamluk, und der Leiter der Hamas-Panzerabwehr-Einheit, Ijad Fathi Faik Scharir. Am frühen Mittwochnachmittag teilte die Armee mit, sie habe mit Hilfe des Inlandsgeheimdienstes Schabak mehrere hochrangige Mitglieder des Hamas-Generalstabs getötet.

Die Hamas erwiderte diese Tötung mit weiterem massiven Raketenbeschuss, unter anderem auf Aschkelon, Be'er Scheva und Dimona, wo ein Atomreaktor steht. Für 18 Uhr Ortszeit hat sie eine weitere Offensive angekündigt.

Nach Angaben Gesundheitsministeriums im Gazastreifen sind mit Stand 15 Uhr Ortszeit 53 Palästinenser getötet worden, 320 wurden verletzt. Die Armee gab an, viele der Getöteten seien Terroristen.

Israel: Konflikt wird andauern

Unterdessen bemüht sich Ägypten offenbar um Vermittlung zwischen der Hamas und Israel. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte laut der Zeitung „Jerusalem Post“ jedoch, das stehe derzeit nicht zur Debatte. Die Hamas habe Jerusalem angegriffen und zahlreiche weitere Raketen abgefeuert; dafür müsse sie erst einen hohen Preis zahlen.

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz teilte am Mittwochnachmittag auf Twitter mit, es gebe im aktuellen Konflikt derzeit kein Enddatum. Die Armee werde ihre Angriffe fortführen, bis es vollständigen und langfristigen Frieden gebe. In den vergangenen Tagen sind auch Transporter gesichtet worden, die Panzer an die Grenze bringen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Armee die Möglichkeit einer Bodenoffensive offen hält. Für den späten Nachmittag ist eine Sitzung des Sicherheitskabinetts angesetzt. Beobachter rechnen damit, dass die Minister dann eine Ausweitung der Operation genehmigen.

Von: df

Dieser Artikel wurde zuletzt um 16.13 Uhr aktualisiert.