Auf Schultern getragen: Abu Much im Jubel der Menge

Auf Schultern getragen: Abu Much im Jubel der Menge

Heldenempfang für arabischen Terroristen

Ein Araber, der seit 1986 wegen Mordes an einem Soldaten im Gefägnis saß, kommt auf freien Fuß. Die Bewohner seines Heimatortes feiern ihn als Helden. Die Opferfamilie ist entsetzt.

UMM EL-FAHM (inn) – Araber in Zentralisrael haben einem am Montag aus der Haft entlassenen Terroristen einen Heldenempfang bereitet. In der Stadt Baqa al-Garbije bei Umm el-Fahm ließ sich Ruschdi Hamdan Abu Much auf Schultern tragen und in einer Autoparade feiern. Er hatte 1984 den israelischen Soldaten Mosche Tamam ermordet und saß deswegen 35 Jahre im Gefängnis.

Abu Much gehörte damals mit drei anderen Einwohnern von Baqa al-Garbije einer Terrorzelle der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) an. Alle vier erhielten beim Prozess lebenslänglich; im Jahr 2012 jedoch verkürzte der damalige Staatspräsident Schimon Peres die Haft von Abu Much.

Antrag auf Entzug der Staatsbürgerschaft

Die Opferfamilie zeigte sich angesichts der Entwicklung entsetzt. Von der Begnadigung habe sie nichts mitbekommen, sagte Oren Tamam, der Bruder von Mosche, der Nachrichtenseite von „Yediot Aharonot“.

Eine Nichte, Ortal Tamam, erklärte, die Familie habe nun Angst, dem Terroristen auf der Straße zu begegnen. Die Familie lebt in der Küstenstadt Netanja, rund 20 Kilometer von Baqa al-Garbije entfernt. „Meine Familie Großeltern zahlten den teuersten Preis für dieses Land“, sagte Ortal Tamam weiter. „Sie verdienen es nicht, dem Mörder ihres Sohnes im Supermarkt zu begegnen.“

Ein altes Familienbild zeigt Mosche Tamam in Uniform

Ein altes Familienbild zeigt Mosche Tamam in Uniform

Die Familie des Terror-Opfers stellte aus diesen Gründen einen Antrag auf Entzug der Staatsbürgerschaft für Abu Much. Ersten Verlautbarungen zufolge ist das Verteidigungsministerium dagegen. Innenminister Arje Deri (Schass) will aber mögliche Schritte weiter prüfen und zu diesem Zweck eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Am Sonntag sprach sich auch Verkehrsministerin Miri Regev (Likud) für einen Entzug der Staatsbürgerschaft aus.

Üppiges „Gehalt“

Die Terroristen hatten Mosche Tamam an der Netanja-Kreuzung entführt, als er auf dem Weg von seiner Armeebasis nach Hause war. Ursprünglich wollten sie ihn nach Syrien bringen und mit ihm gefangene Terroristen freigepressen. Dann entschieden sie sich jedoch, ihn zu töten. Israelische Sicherheitskräfte nahmen sie fest, 1986 wurde ihnen der Prozess gemacht.

Abu Much war nach Aussagen seiner Familie nicht direkt in die Tötung involviert und sei auch dagegen gewesen. Laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ erhielt er eines der höchsten „Gehälter“, die die Palästinensische Autonomiebehörde an Terroristen auszahlt.

Laut einem Bericht der Organisation „Palestinian Media Watch“ zahlte die PA im Jahr 2020 rund 129 Millionen Euro an Terroristen aus; das sind 3,25 Prozent des Budgets. Wer bereits länger als 30 Jahre im Gefängnis sitzt, erhält umgerechnet etwa 3.000 Euro pro Monat.

Von: df