Künftig können kommerzielle Anbieter aus den USA schärfere Satellitenaufnahmen von Israel zeigen

Künftig können kommerzielle Anbieter aus den USA schärfere Satellitenaufnahmen von Israel zeigen

Israel darf künftig auf Satelliten-Bildern scharf gezeigt werden

Seit 1997 ist es US-Unternehmen verboten, hochauflösende Satellitenbilder von Israel zu veröffentlichen. Das entsprechende Gesetz wurde nun jedoch geändert.

JERUSALEM (inn) – Nach einer Gesetzesänderung dürfen US-Unternehmen Satellitenbilder von Israel künftig mit einer besseren Auflösung zeigen. Das berichtet das Nachrichtenportal „heise online“. Damit verliert ein mehr als 25-jähriges Verbot seine Gültigkeit. Bisher durften ausschließlich Aufnahmen mit einer Auflösung von zwei Meter pro Pixel veröffentlicht werden – diese wirken für den Betrachter unscharf.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton machte sich in den 90er Jahren für eine Veröffentlichung und für die kommerzielle Nutzung von Satellitenaufnahmen stark. Israel sah dadurch jedoch seine sicherheitspolitischen Interessen gefährdet und konnte erfolgreich eine Ausnahme durchsetzen. Eine solche Sonderregelung, die 1997 im Kyl-Bingaman-Amendment festgehalten wurde, gab es für kein anderes Land.

Damals wurde gesetzlich verankert, dass US-Unternehmen Satellitenbilder von Israel nicht veröffentlichen dürfen, wenn diese präziser als die von anderen internationalen Quellen sind. Die Zwei-Meter-pro-Pixel-Richtlinie hat sich seitdem als Maßstab festgesetzt, obwohl seit den vergangenen Jahren viel detailliertere Satellitenaufnahmen von Israel existierten. Mittlerweile sind Bilder in einer Auflösung von 0,4 Meter pro Pixel aus kommerziellen Quellen erhältlich, schreibt die amerikanische Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA in einer Erklärung.

Israel sorgt sich um Sicherheit

Kritik an der Gesetzesänderung äußerte der Leiter der Raumfahrtbehörde im israelischen Verteidigungsministerium, Amnon Harari. Er vermute, dass die USA den internationalen Wettbewerb um kommerzielle US-Satelliten erleichtern wollten und kündigte eine Überprüfung an, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. „Wir würden es immer vorziehen, mit der niedrigstmöglichen Auflösung fotografiert zu werden. Es ist immer vorzuziehen, verschwommen gesehen zu werden, statt präzise“, sagte Harari.

Laut „Reuters“ befürchtet Israel, dass die Hisbollah und die Hamas die schärferen Aufnahmen nutzen, um Raketenangriffe auf die zivile und militärische Infrastruktur zu planen. Ebenso sei der israelische Siedlungsbau für die Weltöffentlichkeit besser zu sehen.

Von: mas

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