Konvoi nach Jerusalem: Arabische Politiker, darunter Odeh (vorne links), führten den Protestzug an

Konvoi nach Jerusalem: Arabische Politiker, darunter Odeh (vorne links), führten den Protestzug an

Regierung verstärkt Maßnahmen gegen Gewalt

Israelische Araber protestieren gegen die tödliche Gewalt in ihren Reihen. Die Regierung setzt nun zusätzliche Sicherheitskräfte ein. Alle Seiten sind sich einig, dass mehr Maßnahmen nötig sind.

JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung will 600 weitere Polizisten bereitstellen, um die Gewalt im arabischen Sektor zu bekämpfen. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen Sicherheitsminister Gilad Erdan und Vertretern der arabischen Gemeinschaft am Donnerstag in Jerusalem.

Der Chef des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“, Ajman Odeh, sprach im Anschluss von einem „wichtigen Treffen“. Er kritisierte jedoch, dass es noch immer keinen groß angelegten Plan zur Bekämpfung der Gewalt gebe. „Die Gespräche werden fortgesetzt, und der Kampf wird weitergeführt“, sagte Odeh laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Der Abgeordnete Ahmad Tibi pflichtete dem bei. Er sagte, Erdan sehe ebenfalls Handlungsbedarf, habe aber darauf verwiesen, dass es dafür ein größeres Budget brauche.

Erdan selbst sagte nach dem Treffen, das Thema Gewalt im arabischen Sektor habe für ihn Priorität. Er vermisse jedoch Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Viele Araber führten illegale Waffen mit sich und Richter bestraften dies zu milde.

Zahlreiche Proteste

In den Tagen zuvor hatte es mehrere Proteste gegen arabische Gewalt gegeben. Am Montag verließen etwa Schüler in Umm el-Fahm den Unterricht, um zu demonstrieren. Am Donnerstag setzte sich ein Konvoi in Richtung Hauptstadt in Bewegung. Politiker des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“ führten ihn an. Die Autos fuhren so langsam, dass sie den Verkehr aufhielten. Am Nachmittag erreichten sie Jerusalem. Auf Schildern der Demonstranten war zu lesen: „Die Polizei hat die Araber vernachlässigt.“

Seit Jahresbeginn sind mehr als 70 Araber bei kriminellen Vorfällen getötet worden. Das sind nach Angaben der Polizei bereits doppelt so viele wie in den zwei jeweiligen Jahren zuvor. Am 1. Oktober wurden innerhalb weniger Stunden drei Araber in Madschd al-Krum nordöstlich von Haifa getötet, darunter zwei Brüder. Der Vorfall war Anlass für einen Generalstreik der Araber am 3. Oktober. Tags darauf setzten sie die Proteste nach den Freitagsgebeten fort und blockierten dabei Straßen.

Von: df

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