Argentinien macht die Hisbollah und den Iran für den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum vor 25 Jahren verantwortlich

Argentinien macht die Hisbollah und den Iran für den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum vor 25 Jahren verantwortlich

USA und Argentinien wollen Hisbollah-Aktivitäten eindämmen

Ein Vierteljahrhundert nach dem AMIA-Anschlag in Buenos Aires haben die USA und Argentinien zu einem Workshop eingeladen. Die Teilnehmer wollen gegen die Hisbollah vorgehen.

BUENOS AIRES (inn) – Auf Einladung Argentiniens und der USA haben am Dienstag und Mittwoch Strafverfolgungsbeamte, Staatsanwälte und Finanzfachleute über Wege beraten, die Aktivitäten der libanesischen Hisbollah einzudämmen. Laut US-Außenministerium besprachen die Teilnehmer die Vorgehensweise der Schiiten-Miliz „weltweit und ihre terroristische und kriminelle Infrastruktur sowie Aktivitäten auf den amerikanischen Kontinenten“.

Dabei diskutierten sie finanzielle und gesetzliche Mittel, um dem „globalen Unterstützernetzwerk“ der Hisbollah entgegenzutreten. An dem Workshop in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires nahmen Vertreter aus Argentinien, den USA, Kolumbien, Panama, Paraguay und Peru teil. Hinzu kamen Angehörige der transamerikansichen Polizeiorganisation Ameripol.

25 Jahre AMIA-Anschlag

Der zweitägige Workshop fand kurz vor dem 25. Jahrestag des Bombenanschlags auf das AMIA-Gebäude in Buenos Aires statt. Vor dem jüdischen Gemeindezentrum war am 18. Juli 1994 ein mit Sprengstoff beladener Lieferwagen explodiert. Dabei verloren 85 Menschen ihr Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Das Attentat wurde nie vollständig aufgeklärt, ein Täter wurde nicht ausfindig gemacht. Der Sonderermittler Alberto Nisman, der 2015 mit einem ebenfalls ungeklärten Kopfschuss in seiner Wohnung tot aufgefunden wurde, verdächtigte die Hisbollah-Miliz, den Anschlag auf Geheiß des Iran ausgeführt zu haben.

Am 19. Juli ist Argentinien Gastgeber eines internationalen Ministertreffens, bei dem es ebenfalls um den Anschlag vor 25 Jahren gehen soll. Zudem fanden auf gemeinsame Initiative des Jüdischen Weltkongresses und des argentinischen Außenministeriums seit Anfang Juni in mehreren argentinischen Botschaften weltweit verschiedene Gedenkveranstaltungen statt.

Von: ser

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