Fahrzeuge mit diplomatischen Kennzeichen werden an den Grenzübergängen weniger stark durchsucht (Symbolbild)

Fahrzeuge mit diplomatischen Kennzeichen werden an den Grenzübergängen weniger stark durchsucht (Symbolbild)

Mitarbeiter des französischen Konsulates zu Haftstrafe verurteilt

Ein Franzose schmuggelt Waffen aus dem Gazastreifen ins Westjordanland. Dafür nutzt der Mitarbeiter des französischen Konsulates seinen Diplomatenstatus. Als Strafe muss er für sieben Jahre ins Gefängnis.

BE'ER SCHEVA (inn) – Ein israelisches Gericht hat am Montag einen ehemaligen Angestellten des französischen Konsulates in Ostjerusalem zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Franzose hatte seinen diplomatischen Status genutzt, um Waffen aus dem Gazastreifen ins Westjordanland zu schmuggeln. Er arbeitete seit Januar 2017 als Fahrer für das Konsulat.

Bei dem Verurteilten handelt es sich um Romain Franck. Im Februar 2018 wurde er verhaftet. Sein Prozess vor dem Bezirksgericht Be'er Scheva begann im März. Nun muss er für sieben Jahre ins Gefängnis. Hinzu kommt eine Geldstrafe von umgerechnet knapp 7.500 Euro. Sein Verteidiger bemüht sich darum, dass der 24-Jährige die Haftstrafe in Frankreich absitzen darf. Dies berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Strengere Kontrollen als Reaktion möglich

Franck schmuggelte 70 Pistolen und zwei automatische Gewehre aus dem Gazastreifen ins Westjordanland. Dabei nutzte er es aus, dass die Sicherheitskontrollen bei Diplomaten weniger intensiv sind. Der Verteidiger betonte, der Beweggrund seines Mandanten sei nicht Solidarität mit Terroristen gewesen, sondern das Geld. Für seine Schmuggeldienste erhielt er rund 6.400 Euro.

Im Urteil heißt es laut der Tageszeitung „Ha'aretz“: „Der zynische Missbrauch seiner Position als Angestellter des Konsulates durch den Angeklagten hat auch das Potential, das Beziehungsgeflecht zwischen dem Staat und den Konsularangestellten, die ihm dienen, zu unterhöhlen.“ Die Taten könnten zu strengeren Sicherheitskontrollen für diplomatische Fahrzeuge führen.

Außer Franck wurden fünf weitere Verdächtige vor Gericht gestellt. Vier von ihnen sind bereits zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und fünf Jahren verurteilt worden. Gegen den fünften Angeklagten läuft noch ein Verfahren.

Von: eh