In der Nacht hat eine Rakete aus dem Gazastreifen ein Wohnhaus in Be'er Scheva getroffen. Die dort lebende Mutter mit ihren Kindern konnte sich rechtzeitig in den Sicherheitsraum retten.

In der Nacht hat eine Rakete aus dem Gazastreifen ein Wohnhaus in Be'er Scheva getroffen. Die dort lebende Mutter mit ihren Kindern konnte sich rechtzeitig in den Sicherheitsraum retten.

Rakete aus Gaza beschädigt Haus in Be'er Scheva

Wegen eines Raketenangriffs aus Gaza sind neun Zivilisten in Be'er Scheva evakuiert worden. Das Militär macht die Hamas und den „Islamischen Dschihad“ verantwortlich, die das abstreiten. Beim israelischen Gegenschlag starb ein Palästinenser.

BE'ER SCHEVA / GAZA (inn) – In der Nacht zum Mittwoch ist eine Rakete der Hamas in der südisraelischen Stadt Be'er Scheva explodiert. Sie zerstörte ein zweistöckiges Haus. Durch die Druckwelle gab es auch Schäden an benachbarten Häusern. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine 220 mm-Rakete aus Eigenbau der Hamas handelte, und nicht um eine „Grad-Rakete“, wie ursprünglich vermutet.

Ihr Gefechtskopf enthielt nach Angaben israelischer Experten etwa 20 Kilogramm Sprengstoff. In dem zerstörten Haus wurden sechs Menschen leicht verletzt. Nach dem Sirenenalarm um 3:30 Uhr hatte die in dem Haus lebende Mutter gerade noch rechtzeitig ihre Kinder aus den Betten geholt und in den Sicherheitsraum im ersten Stockwerk bringen können. Dabei habe sie sich verletzt. Wegen des Raketenangriffs auf die Stadt wurde beschlossen, dass am Mittwoch der Schulunterricht ausfallen werde. Rettungskräfte behandelten und evakuierten insgesamt neun Zivilisten, darunter eine 50-jährige Frau und einen 40-jährigen Mann, die stürzten und sich leicht verletzten, als sie in ihre Schutzräume flüchten wollten.

Als sofortige Reaktion hat das israelische Militär mehrere „terroristische“ Ziele im ganzen Gazastreifen aus der Luft angegriffen. Laut palästinensischen Angaben kam dabei ein Palästinenser ums Leben und zehn Palästinenser wurden verletzt.

Verteidigungsminister drohte mit „schwerem Schlag“

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte am Dienstag angekündigt, im Kabinett einen „schweren Schlag“ gegen die Hamas fordern zu wollen, um die seit Monaten andauernden täglichen Attacken Tausender palästinensischer Demonstranten entlang der Grenze endgültig zu beenden. Dabei wurde fast täglich der Grenzzaun gestürmt und immer wieder zerstört. Ebenso wurden Tausende Luftballons oder mit Helium gefüllte Kondome mit dem steten Wind über die Grenze nach Israel geschickt. Daran angehängte Brandsätze und sogar Handgranaten verursachten umfassende Brände in Feldern und Wäldern. Ebenso gefährdeten sie Kinder, wenn die gefährlichen Ballons in Kindergärten oder auf Balkons landeten.

Im Kabinett muss Lieberman mit erheblichem Widerstand des Premierministers Netanjahu und anderer als „Hardliner“ bezeichneter Minister rechnen. Die Regierung hatte bisher nur „lasch“ reagiert und keinen militärischen Plan entwickelt, um den täglichen Angriffen entlang der Grenze ein Ende zu bereiten.

Israelis klagen über „unerträgliches Leben“ am Gazastreifen

Die grenznahe israelische Bevölkerung klagt über ein „unerträgliches Leben“ nicht nur wegen ständigem Beschuss, sondern auch wegen der schwarzen giftigen Rauchschwaden infolge des Verbrennens von Autoreifen an der Grenze. Zahlreiche Versuche, darunter der UNO, der Ägypter und des russischen Diplomaten Nickolay Mladenov, einen Waffenstillstand auszuhandeln, sind derweil gescheitert.

Israels Generalstabschef Gadi Eisenkot hält sich zur Zeit in Washington auf, wo es zu einem erstmaligen offenen Treffen mit arabischen Militärchefs kam. Eisenkott hat angekündigt, wegen der aufgeheizten Lage im Gazastreifen einen Tag früher als geplant nach Israel zurückzukehren.

Weiter wurde im Rundfunk gemeldet, dass Israel die beiden verbliebenen Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen habe. Eres im Norden dient Patienten auf dem Weg zu medizinischer Behandlung in Israel und Offiziellen. Über Kerem Schalom im Süden wurde in den vergangenen Tagen von Katar finanziertes Öl zur Stromherstellung im Gazastreifen mit Lastwagen transportiert. Israel hatte die Transporte gegen den Willen des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas durchgelassen. Der hat einen totalen Boykott gegen den Gazastreifen erlassen, solange die Hamas-Organisation sich weigert, die Macht an die Autonomiebehörde zu übergeben.

„Nur Hamas und Islamischer Dschihad haben diesen Raketentyp“

Einer der Pressesprecher des israelischen Militärs, Ronen Manelis, machte laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ die Hamas für den Raketenangriff auf Be'er Scheva verantwortlich. Die Hamas und der „Islamische Dschihad“ haben die Verantwortung dafür zurückgewiesen. „Wir lehnen jeden unverantwortlichen Versuch ab, die ägyptischen Bemühungen zu zerstören, ein Waffenstillstandsabkommen mit Israel auszuhandeln – inklusive des Raketenfeuers in der vergangenen Nacht“, hieß in einer gemeinsamen Verlautbarung. Der israelische Pressesprecher widersprach: „Nur die Hamas und der Islamische Dschihad besitzen diese Raketentypen.“ In der Reaktion auf den Angriff habe das israelische Militär im Gazastreifen „20 Ziele, darunter einen Terrortunnel, getroffen“.

Von Ulrich W. Sahm/mm

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