Immer wieder haben Palästinenser am Wochenende versucht, vom Gazastreifen aus den Grenzzaun zu überqueren

Immer wieder haben Palästinenser am Wochenende versucht, vom Gazastreifen aus den Grenzzaun zu überqueren

Armee hält Eindringlinge aus dem Gazastreifen auf

Mehrere Palästinenser versuchen gewaltsam, vom Gazastreifen nach Israel einzudringen. Soldaten erschießen drei Verdächtige. Auch die Massenproteste am Freitag fordern erneut Tote.

GAZA (inn) – Israelische Soldaten haben am Sonntag drei Palästinenser erschossen, die vom Gazastreifen über den Grenzzaun nach Israel eindringen wollten. Drei weitere Verdächtige wurden festgenommen.

Einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ zufolge bemerkten die Armeeangehörigen zunächst zwei Palästinenser, die den Sicherheitszaun beschädigen wollten. Einer wurde getötet, der andere in Gewahrsam genommen. Wenige Minuten später tauchten zwei weitere Palästinenser an der Grenze auf. Nach Angaben des Militärs warfen sie improvisierte Sprengsätze auf Soldaten. Diese erschossen die Angreifer. Später erschienen erneut zwei Palästinenser und wollten illegal die Grenze überqueren. Sie hatten Drahtscheren und Messer bei sich. Die beiden Verdächtigen wurden zum Verhör festgenommen.

Bereits am Sonntagmorgen hatte das Militär einen mutmaßlichen Hamas-Aktivisten gefasst. Dieser versuchte, Sabotage an einer Sicherheitskamera nahe des Übergangs Karni zu betreiben. Trotz des Nebels entdeckten ihn Soldaten und nahmen ihn in Gewahrsam. Die Armee sprach von einer „terroristischen Aktion“. Die Hamas bemühe sich, „ihren Terroranstrengungen einen zivilen Deckmantel zu geben und die Region des Grenzzaunes in eine Kampfzone zu verwandeln“. Doch das Militär werde für die Sicherheit der Bürger sorgen.

Vier Tote bei Massenprotesten

Am Freitag gab es zum fünften Mal in Folge Protestaktionen an der Grenze. Die Armee sprach von mehr als 10.000 Teilnehmern am palästinensischen „Marsch der Rückkehr“. Viele seien gewaltbereit gewesen. Die Menge habe Sprengsätze, Brandbomben und Steine geworfen. Zudem hätten Demonstranten versucht, den Sicherheitszaun in Brand zu stecken. Soldaten reagierten mit Schüssen und Tränengas. Vier Palästinenser kamen zu Tode, etwa 300 erlitten Verletzungen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Hamas gab es seit Beginn der wöchentlichen Massenproteste am 30. April bislang 47 Tote. Die Hamas will die Demonstrationen bis zum 15. Mai fortsetzen und damit gegen die israelische Staatsgründung vor 70 Jahren protestieren.

Am Sonntag bewilligte Israel einem der verwundeten Palästinenser die Ausreise ins Westjordanland, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtet. Er sei bei den Protesten angeschossen und am Oberschenkel getroffen worden. Wenn er im Gazastreifen bleibe, müsse er womöglich amputiert werden.

Pompeo: Israel darf sich verteidigen

US-Außenminister Mike Pompeo äußerte sich in der jordanischen Hauptstadt Amman zum israelischen Umgang mit den Versuchen, die Grenze zu stürmen. „Israel hat das Recht auf Selbstverteidigung“, sagte er laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ vor Journalisten. Gleichzeitig rief er Israelis und Palästinenser auf, wieder in Verhandlungen zu treten.

Von: eh

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungs- bedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus