Soldaten vor dem Eingang eines Terror-Tunnels: Am Sonntag gab die Armee die Zerstörung einer großen Unterführung der Hamas bekannt. Diese reichte in das israelische Gebiet hinein. (Archivbild)

Soldaten vor dem Eingang eines Terror-Tunnels: Am Sonntag gab die Armee die Zerstörung einer großen Unterführung der Hamas bekannt. Diese reichte in das israelische Gebiet hinein. (Archivbild)

Armee stellt System zum Aufspüren von Terrortunneln vor

Die israelische Armee hat am Wochenende gleich zwei Erfolge im Einsatz gegen Terrortunnel bekannt gegeben: Die Streitkräfte stellten ein neues System vor, mit dem sie unterirdische Gänge aufspüren können. Zudem sei dem Militär die Zerstörung des „bislang längsten und tiefsten Tunnels“ der Hamas gelungen.

JERUSALEM / GAZA (inn) – Kampf gegen unterirdische Bedrohung: Die israelische Armee hat ihr neues System vorgestellt, mit dem sie Tunnel von Terror-Organisationen aufspüren und neutralisieren kann. Zuvor hatten die Streitkräfte die Zerstörung des „bislang längsten und tiefsten Tunnels“ der Hamas bekanntgegeben. Dieser führte aus dem Gazastreifen „diverse Meter“ in das israelische Gebiet hinein.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman begrüßte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Zerstörung des Tunnels. Gleichzeitig verurteilte er den Umgang der Hamas mit internationalen Geldern für humanitäre Zwecke in Gaza: „Es ist ein Tunnel, in den Millionen von Dollar investiert wurden, Gelder, die, anstatt Bewohnern in Not zu helfen, in den Sand gesetzt wurden.“ Dann richtete er sich direkt an die Menschen im Küstenstreifen: „Bürger von Gaza, die Hamas verschwendet euer Geld für Tunnel, die nirgendwohin führen. Wir werden sie alle finden.“

Unregelmäßigkeiten im Boden entschlüsselt

Wenige Stunden nach der Tunnelzerstörung stellte die Armee am Sonntag in einem Video ein neues spezielles „Labor“ vor. Damit könne sie ein Zusammenwirken zwischen „Technologie und den operativen Bedürfnissen der Kampfsoldaten im Feld“ erreichen, sagte ein Kommandant des Labors im Video, das die Onlinezeitung „Times of Israel“ auf ihrer Internetseite zeigt.

Die Soldaten seien in den betroffenen Gebieten nahe der Gazagrenze unterwegs und scannten die Böden mit besonderen Geräten. Mit einer Art riesigem Bohrer, der metertief in die Erde eindringt, wird der Boden untersucht und gerastert. Die Verantwortlichen im Labor erstellen aus den übermittelten Daten verschiedene Diagramme und Erhebungen. Sie suchen und entschlüsseln Veränderungen und Unregelmäßigkeiten im Boden. So finden sie Terrortunnel, erklärte ein Verantwortlicher im Video. Das System funktioniere wie ein Abtasten. Mit jeder Abtastung könnten die Soldaten den Tunnel genauer lokalisieren.

Immer mehr Barrieren an der Grenze

In dem Labor arbeiteten Personen aus unterschiedlichen Wissenschatfsfeldern, die ihre Fähigkeiten kombinieren. „Finden die Wissenschaftler anhand der Daten im Labor Unregelmäßigkeiten eines Bodenabschnitts, gehen Kollegen erneut an die Stelle und führen dort weitere Untersuchungen mit anderen Technologien durch“, sagte der Verantwortliche.

Durch das Labor seien in den vergangenen Monaten fünf Tunnel lokalisiert worden. Die Armee habe diese Einrichtung im Rahmen ihrer Gaza-Einheit ins Leben gerufen. Der Leiter sei in Elektrotechnik und Chemie ausgebildet, heißt es von der Armee.

Armee: Zerstörter Terrortunnel sei „einsatzbereit“ gewesen

Bis zum Ende des kommenden Jahres will die Armee als Teil der Laborgerätschaften Sensoren an der kompletten Grenze zum Gazastreifen angebracht haben. Damit gebe es sowohl unter- als auch überirdische Barrieren in dem Gebiet.

Der zerstörte Terrortunnel sei „einsatzbereit“ gewesen, sagte ein Militärvertreter. Weil er Teil eines größeren Tunnelsystems war, hätten ihn eine große Anzahl von Hamas-Terroristen nutzen können, berichtete das Nachrichtenportal „Hadaschot TV“ am Sonntag. Militärquellen sprachen davon, dass die Hamas geplant haben könnte, diesen Tunnel im Rahmen und auch im Schutz der Massenproteste, zu denen sie aktuell jeden Freitag aufruft, zu nutzen. Das Nachrichtenportal berichtete auch darüber, dass die Hamas möglicherweise ihre Strategie ändere – weg von Raketen- und Tunnelangriffen hin zu Massenprotesten. Denn das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ wehre die Angriffe der Hamas effektiv ab, und das neue Labor schränke die Tunnelaktivitäten ein.

Von: mab

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