Während der Proteste versuchten Palästinenser, mit Reifen die Sicht zu verdecken

Während der Proteste versuchten Palästinenser, mit Reifen die Sicht zu verdecken

Streit um Hintergrund Murtadschas

Verschiedene Journalistenvereinigungen verurteilen die Tötung Jasser Murtadschas. Die Behauptung des israelischen Verteidigungsministers Lieberman, Murtadscha habe mit der Hamas zusammengearbeitet, stößt auf Widerspruch.

GAZA (inn) – Die Internationale Journalisten-Vereinigung (IFJ) hat die Tötung von Jasser Murtadscha verurteilt und eine Untersuchung gefordert. Murtadscha sei bei der Ausübung seines Berufes als Journalist getötet worden. Der Generalsekretär der IFJ, der Franzose Anthony Bellanger, nannte den Vorfall einen „Mord“. Zuvor hatte schon die „Vereinigung palästinensischer Journalisten“ wie auch „Reporter ohne Grenzen“ die Tötung verurteilt.

Die IFJ warf Israel vor, „ein Lügengebäude zu errichten, um einen Mord zu rechtfertigen“. Damit nahm sie eine Äußerung des israelischen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman in den Blick. Der Chef der Partei Israel Beiteinu hatte Murtadscha einen Terroristen genannt, der mit dem militärischen Flügel der Hamas in Verbindung stand. Mit seiner Drohne habe der 31-Jährige israelische Stellungen ausgemacht und die Informationen der Hamas geliefert. Seit 2011 habe er Zahlungen von der Hamas erhalten.

IFJ: Murtadscha wurde von der Hamas geschlagen

Die IFJ hat nach Angaben der französischen Presseagentur „Agence France-Press“ (AFP) hingegen Informationen darüber, dass die Hamas Murtadscha inhaftiert und geschlagen hat. Die entsprechende Datei konnten Reporter der AFP einsehen. Demnach wollten Murtadscha und drei weitere Kollegen im Jahr 2015 den Abriss eines Hauses nahe der Grenze zu Israel dokumentieren. Ein Mann habe sich ihnen genähert und verlangt, dass sie sich ausweisen. Nachdem sie sich geweigert hätten, habe sich ein Hamas-Jeep genähert. Murtadscha sei ohne Erklärung in den Jeep gezogen worden. Dort sei er von Hamas-Sicherheitskräften zusammengeschlagen worden, so dass er ins Krankenhaus musste. Seine Fotografien seien beschlagnahmt worden.

Der Artikel erwähnt zudem, dass Vertreter der IFJ nach dem Vorfall mit Murtadscha gesprochen hätten. Ob es noch zu weiteren Fällen dieser Art gekommen ist, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Unterstützung der USA

Nach Informationen der amerikanischen Tageszeitung „Washington Post“ hat das Medienunternehmen Mutardschas, „Ain Media“, grünes Licht für die Unterstützung durch US-Auslandshilfen (USAID) erhalten. Die Zeitung beruft sich auf einen nicht genannten Vertreter des Außenministeriums. Die Gelder in Höhe von umgerechnet knapp 9.500 Euro seien nach einer Überprüfung genehmigt, aber noch nicht ausgezahlt worden.

Ob bei der Überprüfung auch ein Abgleich mit israelischen Listen erfolgte, sagte der Vertreter nicht. Die Sprecherin des US-Außenminsteriums, Heather Nauert, teilte Journalisten mit, das Ministerium werde den Fall noch einmal überprüfen.

Armee untersucht Vorfall

Murtadscha war während der Proteste im Rahmen des „Marsches der Rückkehr“ am 6. April von einer Kugel getroffen worden und in der Nacht darauf seinen Verletzungen erlegen. Er trug eine Weste mit der Aufschrift „Presse“. Während der Proteste hatten Palästinenser zahlreiche Reifen angezündet und so für eine starke Rauchentwicklung gesorgt.

Die israelische Armee gab an, den Vorfall zu untersuchen. Die Angaben LIebermans bestätigte sie zunächst nicht. Sie betonte, grundsätzlich keine Journalisten zu töten.

Von: df

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