Hat das Attentat unbeschadet überlebt: Rami Hamdallah (Archivbild)

Hat das Attentat unbeschadet überlebt: Rami Hamdallah (Archivbild)

Hamdallah entgeht „Anschlag auf Versöhnung“

Bei einem Besuch im Gazastreifen wird der Konvoi des palästinensischen Premiers Hamdallah mit einer Explosion begrüßt. Er selbst kommt nicht zu Schaden. Die Fatah gibt der Hamas die Schuld an dem „Terroranschlag“.

GAZA (inn) – Der palästinensische Premierminister Rami Hamdallah ist am Dienstag knapp einem Attentat entgangen. Sein Konvoi war gerade bei Beit Hanun in den Gazastreifen gefahren, als sich eine Explosion ereignete. Dabei wurden fünf Menschen leicht verwundet, Hamdallah blieb unverletzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) machte die radikal-islamische Hamas für den Angriff verantwortlich, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldet.

Hamdallah erschien kurz nach dem Vorfall live im Fernsehen. Der Fatah-Politiker nahm an der Einweihung einer Anlage zur Abwasseraufbereitung im Gazastreifen teil, schreibt der Nachrichtensender „Al-Dschasira“ auf seiner Internetseite. Am Nachmittag kehrte er wohlbehalten nach Ramallah zurück. Laut WAFA sagte er, es handele sich um eine „feige Tat, die weder die palästinensische Einheit noch das palästinensische Volk repräsentiert“.

Die Fatah sprach von einem „terroristischen Anschlag“, den die Hamas zu verantworten habe. „Dieser Angriff ist ein Versuch, alle Versöhnungsbemühungen zu töten. Es ist ein gefährlicher Schritt, der Unordnung und Kämpfe unter unserem Volk verbreiten soll“, zitiert „Al-Dschasira“ den Leiter der Informationsabteilung der Fatah im Büro für Mobilisierung und Organisation, Munir al-Dschagub. PA-Sprecher Nabil Abu Rudeineh sagte, jeder Angriff auf die Einheitsregierung sei ein Angriff auf das palästinensische Volk.

Al-Dschagub forderte, „dass die Hamas ihre Ermittlungen vorantreibt“. Er ergänzte: „Die Entwicklungen haben gezeigt, dass es der Hamas völlig misslungen ist, in Gaza für Sicherheit zu sorgen, genauso wie es ihr misslungen ist, für ein anständiges Leben für unser Volk im Küstenstreifen zu sorgen.“

Hamas beteuert Unschuld

Der Sprecher des Innenministeriums in Gaza, Ijad al-Busom, wies die Anschuldigungen zurück. Diese hätten „eine politische Dimension“. „Hier in Gaza unternehmen wir alle Sicherheitsvorkehrungen, um alle Konvois und Delegationen willkommen zu heißen, und vor allem den Premierminister, als er Gaza betrat“, betonte er. „Mehrere Verdächtige wurden vor kurzer Zeit verhaftet.“ Die Ermittlungen, „um herauszufinden, wer hinter der Explosion steckt“, seien im Gange.

Am 13. Oktober hatten Fatah und Hamas in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Dieses wurde allerdings bislang nicht umgesetzt. Gemäß der Vereinbarung muss die Hamas unter anderem die Kontrolle der Grenzübergänge vom Gazastreifen an die von der Fatah dominierte PA übergeben.

Von: eh

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